Nahost-Flüge: Airlines nehmen Verbindungen schrittweise wieder auf
Trotz langsamer Normalisierung bleiben zahlreiche Flugverbindungen in den Nahen Osten gestrichen oder stark eingeschränkt.

Der Flugverkehr in den Nahen Osten erholt sich nur langsam. Während einige Fluggesellschaften ihre Verbindungen schrittweise wieder aufnehmen, halten viele Anbieter – insbesondere außerhalb der Golfregion – an weitreichenden Streichungen fest. Besonders Europa-Asien-Flüge werden weiterhin umgeleitet, um den betroffenen Luftraum zu meiden.
Auslöser der Störungen war der Iran-Konflikt, der den regionalen Luftverkehr massiv beeinträchtigt hatte. Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten haben ihre Kapazitäten inzwischen wieder ausgeweitet, während viele westliche und asiatische Carrier nach wie vor vorsichtig agieren und Streichungen bis weit in den Herbst verlängert haben.
Europäische Fluggesellschaften besonders stark betroffen
Innerhalb der Lufthansa-Gruppe zeigt sich ein gemischtes Bild: Austrian Airlines plant die Wiederaufnahme der Flüge nach Tel Aviv ab dem 1. Juni, während SWISS, ITA Airways und Lufthansa die Rückkehr nach Tel Aviv erst für Juli vorsehen. Brussels Airlines hat den Betrieb hingegen bis zum 24. Oktober eingestellt. Lufthansa, SWISS und ITA Airways setzen die Flüge nach Dubai bis zum 13. September aus. Für Ziele wie Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran gilt innerhalb der Lufthansa-Gruppe eine Aussetzung bis zum 24. Oktober.
Die zur IAG-Gruppe gehörende British Airways hat die Wiederaufnahme der Flüge nach Dubai, Doha und Tel Aviv auf den 1. August verschoben. Bei Wiederaufnahme plant die Airline, die Frequenzen zu reduzieren und Dschidda dauerhaft als Ziel zu streichen. Die Verbindungen nach Dubai, Doha, Riad und Tel Aviv sollen auf jeweils einen täglichen Flug reduziert werden. Auch die IAG-Tochter Iberia Express hat die Flüge nach Tel Aviv bis zum 31. Mai gestrichen.
Air France hat die Flüge nach Tel Aviv bis zum 7. Juni ausgesetzt. Zusätzlich sind die Verbindungen nach Beirut und Dubai bis zum 10. Juni sowie nach Riad bis zum 2. Juni eingestellt. Die KLM-Schwestergesellschaft hat die Flüge nach Riad und Dammam bis zum 12. Juli und nach Dubai bis zum 2. August ausgesetzt. Die finnische Finnair streicht die Flüge nach Doha bis zum 2. Oktober und nimmt Dubai-Verbindungen erst im Oktober wieder auf – zudem meidet die Airline weiterhin den Luftraum über dem Irak, dem Iran, Syrien und Israel.
Nordamerikanische und asiatische Carrier mit langen Aussetzungen
Die US-amerikanische Delta Air Lines hat die Aussetzung ihrer Dienste auf der Strecke Atlanta–Tel Aviv bis zum 18. Dezember verlängert. Die Wiederaufnahme der Flüge von New York-JFK nach Tel Aviv ist für den 6. September geplant, während der geplante Start der Verbindung Boston–Tel Aviv bis auf Weiteres verschoben wurde. Alle Delta-Flüge nach Dubai sind bis zum 31. Mai gestrichen. Die kanadische Fluggesellschaft hat ihre Flüge nach Tel Aviv und Dubai bis zum 7. September eingestellt.
Aus Asien meldet Cathay Pacific aus Hongkong die Aussetzung der Flüge nach Dubai und Riad bis zum 31. August sowie der Frachtdienste dorthin bis zum 31. Mai. Ab Juni plant die Airline, alle Linienflüge wie geplant durchzuführen. Japan Airlines hat die Linienflüge zwischen Tokio und Doha bis zum 31. Juli ausgesetzt, die Gegenrichtung bis zum 1. August. Malaysia Airlines will ab dem 2. Juli wieder begrenzte Verbindungen nach Doha anbieten.
Staatliche Fluggesellschaften und Billiganbieter im Überblick
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie staatliche russische Fluggesellschaft Aeroflot gab bekannt, die Flüge in die Vereinigten Arabischen Emirate ab dem 1. Juni wieder aufzunehmen. Die türkische Pegasus Airlines hat ihre Flüge in den Iran, den Irak, nach Kuwait, Bahrain, Dammam, Riad, Abu Dhabi und Schardscha bis zum 1. Juni gestrichen. Die Billigfluggesellschaft Eurowings hat die Flüge nach Tel Aviv bis zum 9. Juli, nach Beirut bis zum 12. Juni und nach Erbil bis zum 22. Juni ausgesetzt – Dubai, Abu Dhabi und Amman sind bis zum 24. Oktober betroffen.
Griechenlands größte Fluggesellschaft Aegean Airlines hat die Flüge von Thessaloniki nach Tel Aviv bis zum 26. Juni gestrichen, die Verbindungen nach Dubai bis zum 31. August und nach Erbil sowie Bagdad bis zum 2. Juli. Die lettische airBaltic hat Tel Aviv bis zum 28. Juni und Dubai bis zum 24. Oktober aus dem Flugplan genommen. Die polnische LOT hat die Flüge nach Tel Aviv bis zum 30. Mai und nach Riad bis zum 30. Juni ausgesetzt, plant jedoch, die Winterroute nach Dubai im Oktober wieder zu bedienen.
Die staatliche australische Fluggesellschaft Qantas reagiert auf die Situation mit einer Ausweitung ihrer Kapazitäten auf europäischen Strecken. Die Flüge nach Paris werden von drei auf fünf Hin- und Rückflüge pro Woche erhöht, und die Verbindung Perth–Singapur wird von täglich auf zehn Flüge pro Woche aufgestockt. Dies spiegelt die gestiegene Nachfrage auf Alternativrouten wider, die durch die Umgehung des betroffenen Nahost-Luftraums entstanden ist.


