NASA Artemis-Programm: Meilensteine auf dem Weg zum Mond
Von Apollo bis Artemis: Die USA wollen mit Astronauten zurück zum Mond – und China dabei hinter sich lassen.

Das Artemis-Programm der NASA verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Erstmals seit der Apollo-Ära sollen wieder Menschen den Mond betreten. Washington sieht das Programm als strategisch notwendig, um die US-Führungsrolle im Weltraum gegenüber dem wachsenden Wettbewerber China zu behaupten.
Die technische Grundlage bilden die SLS-Rakete (Space Launch System) und die Orion-Besatzungskapsel – Hardware, die ursprünglich für das eingestellte Constellation-Programm entwickelt wurde. Boeing verantwortet die SLS-Kernstufe, Northrop Grumman liefert die Feststoffbooster, und Lockheed Martin baut das Orion-Raumschiff.
Den Startschuss gab die erste Amtszeit von Präsident Donald Trump: Die NASA wurde angewiesen, die bemannte Raumfahrt wieder auf den Mond auszurichten. 2019 setzte das Weiße Haus das Zieldatum 2024 für eine Mondlandung – ein Termin, der sich als unrealistisch erweisen sollte.
Verzögerungen und erste Erfolge
Technische Probleme, Kostenüberschreitungen und die COVID-19-Pandemie bremsten das Programm erheblich aus. Dennoch gelang im November 2022 mit Artemis I ein wichtiger Meilenstein: Ein unbemanntes Orion-Raumschiff absolvierte während einer 25-tägigen Mission erfolgreich einen Mondvorbeiflug. Der Flug testete Navigation, Kommunikation und den kritischen Hitzeschild für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.
2023 wurde Jeff Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin als zweiter Mondlander-Anbieter neben Elon Musks SpaceX ausgewählt – nach monatelangen Rechtsstreitigkeiten über die ursprüngliche Alleinvergabe an SpaceX. Unter Präsident Joe Biden verschob die NASA das Landedatum schließlich auf 2027.
Artemis II: Erste Astronauten seit Apollo 17 am Mond
Im April 2026 startete die NASA Artemis II – die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 im Jahr 1972. Die vierköpfige Besatzung besteht aus Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch sowie dem kanadischen Astronauten Jeremy Hansen. Die rund zehntägige Mission führt die Astronauten weiter von der Erde weg als jeder bisherige Menschheitsflug, ohne jedoch auf der Mondoberfläche zu landen.
Die Mission testet unter realen Bedingungen die Lebenserhaltungssysteme, Navigation, Kommunikation und den Hitzeschild der Orion-Kapsel im tiefen Weltraum. NASA-Administrator Jared Isaacman hatte zuvor das Programm grundlegend überarbeitet: Die Pläne für das Lunar Gateway – eine Mondorbitalstation – wurden gestrichen, deren Komponenten sollen nun für eine permanente Basis auf der Mondoberfläche genutzt werden.
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Zur AktienanalyseMondlandung und Wettbewerb der Privatunternehmen
Die eigentliche Mondlandung ist für die zweite Hälfte dieses Jahrzehnts geplant. SpaceX und Blue Origin konkurrieren dabei um den Auftrag, den Mondlander zu stellen – ein Kernelement der NASA-Strategie, private Unternehmen in die Erforschung des tiefen Weltraums einzubinden. Die erste Artemis-Besatzung, die den Mond betritt, wird voraussichtlich den Lander nutzen, dessen Entwicklung als erstes abgeschlossen ist.
Die NASA bezeichnet die Mondlandung als unverzichtbare Vorstufe für spätere Mars-Missionen. Das Artemis-Programm steht damit exemplarisch für den neuen Ansatz der US-Raumfahrtbehörde: staatliche Ziele mit privatwirtschaftlicher Innovationskraft verbinden.


