Nasdaq 100 auf Allzeithoch: KI-Boom trotzt Nahost-Spannungen
Trotz geopolitischer Unsicherheiten im Nahen Osten markiert der Nasdaq 100 fast täglich neue Rekorde – angetrieben vom KI-Momentum.

Der Nasdaq 100 befindet sich in einem bemerkenswert starken Aufwärtstrend. Während europäische Märkte wie der DAX am Freitag Schwierigkeiten hatten, ihr Aufwärtsmomentum zu halten, markierte der US-Technologieindex fast täglich neue Allzeithochs. Die Nasdaq-100-Futures schlossen über Nacht erneut auf Rekordniveau – primär getrieben durch die Schwergewichte aus dem Technologiesektor.
Anleger wogen dabei die erneute Unsicherheit im Nahen Osten gegen die anhaltende Stärke des globalen Technologiesektors ab. Das Ergebnis: Das KI-Momentum überwiegt. Investoren bleiben fest auf langfristige KI-bezogene Wachstumschancen fokussiert und sind bereit, für Unternehmen, die als direkte Profiteure des KI-Investitionsbooms gelten, historisch ambitionierte Bewertungen zu akzeptieren.
Asiatische Märkte folgen dem Technologie-Trend
Auch die asiatischen Märkte folgten dem positiven Beispiel aus den USA. Japans Nikkei und Südkoreas Kospi legten deutlich zu, wobei der Kospi sogar neue historische Höchststände erreichte. Chiphersteller und Elektronikkonzerne vollzogen eine kräftige Rallye. Gleichzeitig trugen sinkende Ölpreise dazu bei, die Nerven am breiteren Markt zu beruhigen.
In Südkorea zog Samsung Electronics besonderes Kaufinteresse auf sich, nachdem das Unternehmen bestätigt hatte, mit der Lieferung von Mustern seiner neuesten High-Bandwidth-Memory-Chips an globale Kunden begonnen zu haben. Dies verstärkte den Optimismus hinsichtlich der KI-getriebenen Halbleiternachfrage erheblich. LG Electronics kündigte zudem durch eine Partnerschaft mit Google eine neue Expansion in den Bereich Automobilsoftware und intelligente Mobilitätslösungen an – ein weiteres Zeichen dafür, wie sich traditionelle Elektronikhersteller zunehmend auf Software, Konnektivität und KI-gestützte Produkte umstellen.
Dell Technologies gehörte zu den herausragenden Gewinnern der Woche. Das Unternehmen hob seine Prognose für das Gesamtjahr an und legte Quartalsergebnisse vor, die über den Erwartungen lagen. Die starke Nachfrage im Zusammenhang mit KI-Infrastruktur und Enterprise-Computing verstärkte die Ansicht, dass Unternehmensinvestitionen in Technologien der nächsten Generation außergewöhnlich robust bleiben. Dell gehörte zu den größten vorbörslichen Bewegungen.
Geopolitische Risiken bleiben im Hintergrund präsent
Trotz des optimistischen Tons an den Aktienmärkten sind die geopolitischen Risiken nicht vollständig verschwunden. Berichten zufolge einigten sich US-amerikanische und iranische Beamte auf einen vorläufigen 60-Tage-Rahmenplan, um den aktuellen Waffenstillstand zu verlängern und die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufzunehmen. Der Vorschlag benötigt Berichten zufolge noch die endgültige Zustimmung von Präsident Donald Trump.
Die Stimmung wurde jedoch etwas vorsichtiger, nachdem Berichte aufkamen, wonach iranische Streitkräfte Raketen auf nicht näher spezifizierte Ziele abgefeuert hätten. Dies erinnerte die Anleger daran, dass die Spannungen in der Region weiterhin hochgradig instabil sind. Die Marktreaktion blieb dennoch relativ verhalten – Investoren neigen derzeit dazu, geopolitische Spannungen als vorübergehende Störungen zu betrachten, nicht als Entwicklungen, die den breiteren Aufwärtstrend stoppen könnten.
Technische Analyse: Starker Aufwärtstrend intakt
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAus technischer Sicht befindet sich der Nasdaq 100 in einer außergewöhnlichen Verfassung. Seit der Bodenbildung Ende März ist der Index um mehr als 30 Prozent gestiegen. Käufer sind bei relativ flachen Rücksetzern konsequent in den Markt zurückgekehrt, und der Index ist auf Kurs, den zweiten Wochengewinn in Folge zu verzeichnen.
Besonders bemerkenswert: In den letzten acht Wochen verzeichnete der Nasdaq 100 nur eine einzige negative Woche – und selbst dieser Rückgang war mit rund 0,5 Prozent bescheiden. Momentum-Indikatoren deuten zwar auf überkaufte Bedingungen hin, doch in Märkten mit starkem Trend können diese Signale über längere Zeiträume im extremen Bereich verharren. Die Struktur aus höheren Hochs und höheren Tiefs bleibt intakt, weshalb „Dip-Buying"-Strategien von vielen Händlern weiterhin bevorzugt werden.
Bei den wichtigsten Kursmarken liegt die erste Unterstützung nahe der psychologisch bedeutsamen Marke von 30.000 Punkten. Darunter stellt 29.675 Punkte die nächste signifikante Unterstützungszone dar. Derzeit gibt es kaum Anzeichen für eine bedeutsame Trendwende – das KI-Momentum bleibt der dominierende Treiber für globale Technologieaktien.


