Nasdaq steigt über 2 Prozent: Microsoft erlebt besten Tag seit 2008
Starke Quartalszahlen und Cloud-Wachstum katapultieren Microsoft um 17 Prozent nach oben – Chip-Aktien folgen mit massiven Gewinnen.

Die US-Aktienmärkte erholen sich kräftig nach der verlustreichen Sitzung des Vortages. Der Nasdaq Composite legt mehr als 2 Prozent zu und führt die wichtigsten amerikanischen Indizes nach oben. Treiber der Erholung sind vor allem Technologie- und Halbleiterwerte, die nach einer schwachen Phase wieder deutlich zulegen.
Im Mittelpunkt steht Microsoft: Die Aktie des Software-Giganten schnellt um rund 17 Prozent nach oben und steuert damit auf den größten prozentualen Tagesgewinn seit 2008 zu. Die Rally steigert die Marktkapitalisierung des Unternehmens um etwa 485 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert für ein einzelnes US-Unternehmen an einem einzigen Handelstag. Auslöser sind Quartalszahlen, die die Erwartungen der Analysten übertrafen, getragen von robustem Wachstum im Cloud-Geschäft.
Chip-Sektor beendet fünftägige Verlustserie
Auch der Halbleitersektor erlebt eine deutliche Gegenbewegung. Der PHLX Semiconductor Index liegt rund 8 Prozent im Plus und ist auf Kurs für seinen größten Tagesgewinn seit mehr als einem Jahr. Die Aufwärtsbewegung würde damit eine fünftägige Verlustserie des volatilen Benchmarks beenden – ein klares Signal für eine Stimmungsumkehr im Sektor.
Besonders stark zeigen sich dabei Micron, Lam Research mit einem Anstieg von knapp 18 Prozent, Applied Materials, AMD sowie Intel. Diese Werte hatten in den vergangenen Handelstagen erheblich unter dem allgemeinen Marktdruck gelitten und holen nun einen Teil der Verluste wieder auf.
Im weiteren Tagesverlauf richten Anleger ihren Blick auf die Ergebnisse der Hyperscaler Amazon und Apple. Beide Unternehmen werden ihre Quartalszahlen vorlegen, und Investoren erhoffen sich dabei Einblicke, wie die Tech-Giganten ihre massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz monetarisieren. Die Microsoft-Zahlen haben die Messlatte bereits hochgelegt.
Anleiherenditen auf Mehrjahreshochs – Fed im Fokus
Parallel zur Aktienmarkterholung bewegen sich die Renditen für US-Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs. Dies treibt die Kreditkosten in die Höhe und spiegelt wachsende Sorgen über steigende Inflation wider. Hinzu kommt die Frage, ob die US-Notenbank Federal Reserve entschlossen genug handeln wird, um die Teuerung zu bändigen.
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Zur AktienanalyseBesonders im Fokus steht Fed-Chef Kevin Warsh, der am Vortag Zweifel an seiner Bereitschaft zu Zinserhöhungen geweckt hatte. Anleger reagierten prompt und stießen langlaufende Anleihen ab. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg daraufhin auf ein Niveau, das seit etwa 2007 nicht mehr erreicht worden war – ein deutliches Warnsignal für die Finanzmärkte.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung an den US-Märkten von besonderer Bedeutung, da amerikanische Technologiewerte einen erheblichen Anteil in globalen Indizes und vielen Fonds ausmachen. Die Kombination aus starken Unternehmensgewinnen einerseits und steigenden Anleiherenditen andererseits bleibt ein zentrales Spannungsfeld, das die Märkte in den kommenden Wochen weiter beschäftigen dürfte.


