Nasdaq und S&P 500 unter Druck: Chip-Aktien belasten, UnitedHealth stützt Dow
Chip-Aktien ziehen Nasdaq und S&P 500 ins Minus, während UnitedHealth mit starken Quartalszahlen den Dow stützt.

Die wichtigsten US-Aktienindizes zeigten sich im frühen Handel eines ereignisreichen Berichtsdonnerstags gespalten. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor rund 1%, der breite S&P 500 gab um 0,4% nach. Einzig der Dow Jones Industrial Average hielt sich mit einem leichten Plus von 0,1% im positiven Bereich – gestützt vor allem durch die starke Performance der UnitedHealth Group.
Am Vortag hatten die Märkte noch höher geschlossen, da Anleger eine Reihe von Quartalsergebnissen verarbeiteten und die Erzeugerpreise unerwartet gesunken waren. Doch Speicherchip-Aktien gerieten bereits am Mittwoch unter Druck und setzten diesen Trend am Donnerstag fort.
Chip-Sektor unter starkem Verkaufsdruck
Besonders hart traf es die Halbleiter- und Speicherchip-Werte. Die in den USA notierten Aktien des südkoreanischen Unternehmens SK Hynix (SKHY) verloren weitere 6%, nachdem sie bereits am Vortag um 9% eingebrochen waren. Der Roundhill Memory ETF (DRAM) gab nach einem Rückgang von 6% am Vortag nochmals um 4,5% nach. Die Komponenten Micron Technology (MU), Sandisk (SNDK) und Seagate Technology Holdings (STX) fielen zwischen 2,5% und 5%.
Auch die in den USA notierten Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSM) gaben um 1,5% nach – trotz besser als erwarteter Quartalsergebnisse. TSMC, der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips, meldete für das zweite Quartal einen Gewinn von 27,25 New Taiwan-Dollar je Aktie (rund 85 US-Cent), etwa 3 New Taiwan-Dollar über den Analystenprognosen. Der Umsatz stieg um 36% gegenüber dem Vorjahr auf 1,27 Billionen New Taiwan-Dollar. Analysten vermuten, dass die Erwartungen der Anleger nach mehreren starken Quartalen in Folge schlicht zu hoch lagen.
UnitedHealth hebt Jahresprognose deutlich an
Einen kräftigen Kurssprung verzeichnete dagegen die UnitedHealth Group (UNH). Die Aktie legte zur Eröffnung um rund 8% zu und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2025. Der Krankenversicherungskonzern meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 6,38 US-Dollar – deutlich über dem Analystenkonsens von 4,87 US-Dollar. Der Umsatz belief sich auf 112,03 Milliarden US-Dollar, was im Jahresvergleich nahezu unverändert blieb, aber ebenfalls über den Erwartungen lag. Für das Gesamtjahr erwartet UnitedHealth nun ein bereinigtes EPS zwischen 19,50 und 20,00 US-Dollar, nach einer vorherigen Prognose von mindestens 17,75 US-Dollar.
GE Aerospace (GE), das ebenfalls vor Börsenbeginn Ergebnisse vorlegte, verlor hingegen rund 3%. Netflix (NFLX) notierte im Vorfeld seiner nach Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen etwas schwächer.
Gemischtes Bild bei den „Glorreichen Sieben"
Die Mega-Cap-Tech-Aktien der sogenannten „Glorreichen Sieben" zeigten sich uneinheitlich. Tesla (TSLA) führte die frühen Verluste mit einem Minus von 1,5% an. Die Aktien von SpaceX (SPCX), dem von Elon Musk geleiteten Raumfahrtunternehmen, legten leicht zu, nachdem sie am Vortag erstmals kurzzeitig unter ihren IPO-Preis von 135 US-Dollar gefallen waren.
Apple (AAPL) hatte am Vortag hingegen für Aufsehen gesorgt: Die Aktie stieg um 4% und schloss über 327 US-Dollar auf einem neuen Rekordhoch. Hintergrund war ein Bericht des Branchenmediums „The Information", wonach Apple auf der Suche nach einem KI-Chip-Unternehmen ist, das dem Konzern bei der Umsetzung seiner KI-Ambitionen helfen soll. Dem Bericht zufolge hat Apple mehrere Chip-Startups wegen einer möglichen Übernahme kontaktiert.
Wirtschaftsdaten zeigen Stärke – Fed-Entscheidung bleibt offen
Auf der Konjunkturseite lieferten die Daten ein robustes Bild. Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni um 0,2% und entsprachen damit den Erwartungen der Ökonomen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 11. Juli lagen mit 208.000 deutlich unter den erwarteten 218.000.
„Trotz der Herausforderungen geben die Verbraucher weiterhin Geld aus, und der Arbeitsmarkt zeigt keine Anzeichen von Schwäche", kommentierte Ellen Zentner, Chef-Wirtschaftsstrategin für Morgan Stanley Wealth Management. „Diese Art von Daten wird die Entscheidung der Fed in die eine oder andere Richtung nicht beeinflussen, unterstreicht aber die anhaltende Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft."
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Zur AktienanalyseDer „Beige Book"-Bericht der Federal Reserve vom Vortag zeichnete ebenfalls das Bild einer sich verbessernden Wirtschaft. Die Wirtschaft expandierte von Ende Mai bis Anfang Juli, der Arbeitsmarkt verbesserte sich, und die Inflation verlor etwas an Schwung. Allerdings deckte der Bericht einen Zeitraum ab, in dem ein kurzlebiger Waffenstillstand im Iran in Kraft war – seitdem haben neue Kämpfe die Benzinpreise erneut in die Höhe getrieben.
Rohstoffe, Anleihen und Krypto im Überblick
Die Ölpreise notierten fester, da Händler Berichte über eine mögliche Ausweitung der US-Militäroperationen im Iran bewerteten. Futures auf West Texas Intermediate (WTI) stiegen um 0,9% auf 80,35 US-Dollar je Barrel, Brent-Rohöl-Futures kletterten um 0,5% auf 85,95 US-Dollar je Barrel.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen lag bei rund 4,59%, ein Anstieg von drei Basispunkten gegenüber dem Vortag. Bitcoin notierte bei etwa 64.200 US-Dollar und damit unter den Übernachthochs von über 65.000 US-Dollar. Gold-Futures gaben um 1,1% auf 4.005 US-Dollar je Unze nach. Der US-Dollar-Index stieg leicht um 0,1% auf 100,59.

