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NATO-Gipfel: Europas Verbündete gehen auf Distanz zu Trump

Nach dem spannungsgeladenen NATO-Gipfel in Ankara wächst die Kluft zwischen Trump und seinen europäischen Partnern im Iran-Konflikt.

NATO-Gipfel: Europas Verbündete gehen auf Distanz zu Trump

Präsident Donald Trump verließ den NATO-Gipfel in der Türkei am Mittwoch, ohne neue Zusagen des Verteidigungsbündnisses zur Unterstützung im Iran-Konflikt verkünden zu können. Während die USA den Krieg mit dem Iran während des Gipfels erneut eskalierten, sendete Trump widersprüchliche Signale: Einerseits sprach er von „enormer Einigkeit", andererseits kritisierte er scharf das Zögern anderer Länder, sich in den Nahost-Konflikt einzumischen.

Trump hinterließ nach dem zweitägigen Treffen in Ankara eine Spur der Kritik an seinen europäischen Amtskollegen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs wählten öffentlich höfliche Worte, während Trump in bilateralen Treffen und auf einer Pressekonferenz nörgelte. Besonders brisant: Er ließ die Verbündeten im Unklaren darüber, ob die USA ihnen im Falle eines Angriffs zur Hilfe kommen würden. Das Weiße Haus reagierte nicht auf eine Anfrage von CNBC, worauf sich die NATO bezüglich des Iran während des Gipfels geeinigt habe.

Trumps Loyalitätstest für die NATO

Trump hat wiederholt erklärt, dass die USA eigentlich keine Hilfe von der NATO benötigen, er jedoch die Unterstützung im Iran-Konflikt als Loyalitätstest angefordert habe. Das Narrativ, wonach die NATO-Mitglieder diesen Test nicht bestanden hätten, passt zu Trumps anhaltender Kritik, dass das Bündnis ein schlechtes Geschäft für die USA sei. Geopolitik-Experten betonen hingegen, dass die USA erheblich von internationaler Hilfe im Umgang mit dem Iran profitieren würden.

NATO-Generalsekretär Rutte versuchte, Trump zu beschwichtigen. Er sagte dem Präsidenten am Mittwoch: „Ich weiß, dass Sie enttäuscht sind", und wies darauf hin, dass Tausende von US-Flugzeugen von europäischen Flughäfen abhoben, um Trumps Militäroffensive gegen den Iran zu unterstützen. „Europa fungierte als eine große Plattform für die Machtprojektion der Vereinigten Staaten", so Rutte. Das fortwährende Engagement der USA gilt als entscheidend für die Schlagkraft der Allianz – insbesondere für die Wirksamkeit von Artikel 5, der Beistandspflicht des Bündnisses.

Drohung mit Truppenabzug aus Europa

Besonders aufhorchen ließ Trumps erneute Drohung, US-Truppen aus Europa abzuziehen. Er brachte die Möglichkeit ins Gespräch, alle rund 68.000 in Europa stationierten US-Soldaten abzuziehen – eine Zahl, die bereits seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit gesunken ist. Zudem liebäugelte er mit der Möglichkeit, die USA vollständig aus dem 77 Jahre alten Bündnis zurückzuziehen.

Europäische Staats- und Regierungschefs zeigten sich gegenüber CNBC jedoch gelassen. Der polnische Präsident Karol Nawrocki sagte: „Ich bin sicher, dass die amerikanischen Soldaten in Polen bleiben werden – gemeinsam mit den polnischen Soldaten werden wir Mittelosteuropa und die Grenzen der NATO sichern." Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre erklärte: „Ich sehe nicht, dass die USA alle ihre Truppen aus Europa abziehen." Die estnische Ministerpräsidentin Kristen Michal zeigte sich ebenfalls zuversichtlich und verwies darauf, dass Trump „angesichts der russischen Vorfälle recht deutlich gesagt hat, dass er das Baltikum und Polen auf Anfrage schützen wird."

Streit um Verteidigungsausgaben bleibt zentrales Thema

Die Spannungen über die Verteidigungsausgaben waren der am meisten erwartete Streitpunkt des Gipfels. Während einige Länder einräumten, dass der Druck der USA zu höheren Ausgaben geführt habe, betonten andere, dass die Bedrohung durch Russland der eigentliche Treiber sei. Der finnische Präsident Alexander Stubb sagte gegenüber CNBC: „Die Amerikaner haben uns unmissverständlich klargemacht: Übernehmt mehr Verantwortung für eure eigene Verteidigung – das gilt für Kriegszeiten, Friedenszeiten und die Planung."

Der litauische Präsident Gitanas Nausėda forderte sogar die Gründung eines sogenannten „5%-Clubs" – in Anspielung auf den Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts, zu dem sich jedes NATO-Land verpflichten solle. Die NATO war bereits in beiden Amtszeiten Trumps ein häufiges Ziel seiner vernichtenden Kritik, da er andere Mitgliedstaaten drängte, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Der Gipfel in Ankara hat einmal mehr gezeigt, wie fragil das Verhältnis zwischen Washington und seinen europäischen Partnern derzeit ist.

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