NATO-Militärchef: Bündnis auf Kurs bei Verteidigungsausgaben
Admiral Cavo Dragone weist Spannungen mit den USA zurück und bekräftigt das 5%-BIP-Ziel für Verteidigungsausgaben.

Der ranghöchste Militärvertreter der NATO hat bekräftigt, dass das Bündnis auf Kurs sei, seine ambitionierten Verteidigungsausgabenziele zu erreichen. Admiral Giuseppe Cavo Dragone, Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, erklärte, die europäischen Verbündeten hätten auf die Forderungen von US-Präsident Donald Trump reagiert und machten spürbare Fortschritte bei den langfristigen Zielen des Bündnisses.
„Wir verfügen über einen NATO-Verteidigungsplanungsprozess, um uns die benötigten Fähigkeiten zu verschaffen, und wir werden diese rechtzeitig erwerben", sagte Cavo Dragone in einem Interview auf dem renommierten Sicherheitsforum Shangri-La-Dialog in Singapur. Ziel sei es, Gesamtausgaben von 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erreichen.
Hegseth fordert mehr Eigenverantwortung
Die Äußerungen des Admirals fielen kurz nachdem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die europäischen Verbündeten in seiner Rede auf demselben Forum kritisiert hatte. Hegseth forderte die europäischen NATO-Mitglieder auf, mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen und die Abhängigkeit von Washington zu verringern. Trotz dieser scharfen Rhetorik betonte Cavo Dragone, dass die militärische Zusammenarbeit zwischen der NATO und den Vereinigten Staaten stabil bleibe.
„Auf militärischer Ebene gibt es bei uns kein Drama" mit den USA, sagte der Admiral und spielte damit Berichte über tiefgreifende Spannungen innerhalb des Bündnisses herunter. Diese Aussage ist bemerkenswert, da es in den USA zuletzt Diskussionen über Truppenstationierungen in Europa und mögliche Änderungen bei den für die Region verfügbaren militärischen Ressourcen gegeben hatte.
Ausgabenziele und der Gipfel in Ankara
Auf dem NATO-Gipfel im vergangenen Jahr hatten alle Mitglieder außer Spanien vereinbart, 3,5 Prozent des BIP für Kernverteidigungsausgaben sowie zusätzliche 1,5 Prozent für damit verbundene Sicherheitsmaßnahmen bereitzustellen. Mehrere Länder, darunter auch Deutschland, haben ihre Ausgabenzusagen im Vorfeld des nächsten Bündnisgipfels in Ankara bereits beschleunigt. Die Trump-Administration hatte die Verbündeten wiederholt aufgefordert, ihre Militärbudgets aufzustocken und eine größere Rolle in der regionalen Sicherheit zu übernehmen.
Europäische Beamte haben sich zwar besorgt über das Tempo und den Zeitpunkt einiger Ankündigungen aus Washington geäußert, doch die NATO-Führung betont, dass das Bündnis bei seinen strategischen Zielen weiterhin an einem Strang zieht. Die wachsende Unsicherheit der vergangenen Monate hat die Debatte über europäische Verteidigungsautonomie neu entfacht.
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Zur AktienanalyseRussische Drohnen und die NATO-Reaktion
Cavo Dragone spielte zudem Bedenken über jüngste russische Drohneneindringlinge in den Luftraum der Alliierten herunter. Darunter fiel auch ein Vorfall, bei dem am Freitag ein Wohngebäude in Rumänien getroffen wurde. „Die NATO sollte nicht überreagieren", sagte er und mahnte damit zu Besonnenheit angesichts der eskalierenden Vorfälle an den Außengrenzen des Bündnisses.
Für Investoren sind die Entwicklungen rund um die NATO-Verteidigungsausgaben von besonderer Bedeutung. Höhere Militärbudgets der Mitgliedsstaaten dürften die Nachfrage nach Waffensystemen, Militärfahrzeugen, Munition und verwandten Verteidigungstechnologien nachhaltig stützen. Anleger beobachten die konkreten Ausgabenzusagen der einzelnen NATO-Mitglieder daher genau, um Rückschlüsse auf die Auftragslage der Rüstungsindustrie zu ziehen.

