NATO plant strategische A400M-Flotte und erweitert Tankflugzeuge
NATO-Generalsekretär Rutte kündigt beim Ankara-Gipfel neue Lufttransportkapazitäten und ein zusätzliches A330-Tankflugzeug an.

Die NATO will eine gemeinsame strategische Lufttransportflotte aus Airbus A400M-Transportflugzeugen aufbauen. Das verkündete Generalsekretär Mark Rutte am Dienstag am Rande des NATO-Gipfels in Ankara. Gleichzeitig soll die bestehende Flotte von A330 MRTT-Tankflugzeugen um eine weitere Maschine erweitert werden.
Rutte sprach auf einem Treffen der Verteidigungsindustrie, bei dem die Alliierten Rüstungsgeschäfte im Wert von Milliarden US-Dollar vorstellten. Damit wollen die NATO-Mitglieder demonstrieren, dass sie den Forderungen der USA nach höheren Verteidigungsausgaben für Europa nachkommen. „Es geht um Luftstreitkräfte, die für die Stärkung unserer Abschreckung und Verteidigung unerlässlich sind", sagte Rutte.
Tankflugzeuge: Schritt Richtung Ziel von zwölf Maschinen
Das bestehende MRTT-Programm umfasst neun A330-Maschinen, die im niederländischen Eindhoven stationiert sind. Diese Flugzeuge können neben ihrer Rolle als Tankflugzeuge auch als Truppen- oder Passagierflugzeuge eingesetzt werden. An dem Programm beteiligen sich Belgien, Tschechien, Dänemark, Finnland, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden.
Mit der Aufstockung um eine zehnte Maschine rückt das Militärbündnis seinem langfristigen Ziel näher, die Flotte auf insgesamt zwölf Maschinen auszubauen. Hintergrund ist die Notwendigkeit, Lücken in den NATO-Verteidigungsplänen zu schließen, die durch Kürzungen der US-Beiträge entstanden sind. Die USA haben keine Einzelheiten zu diesen Kürzungen öffentlich bekannt gegeben, doch laut Zahlen aus Militärkreisen betreffen sie Tankflugzeuge, Kampfflugzeuge, Drohnen und Schiffe.
Wichtiger Impuls für den A400M
An der neuen gemeinsamen A400M-Flotte sollen laut Airbus Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, die Türkei, Kroatien und Polen beteiligt sein. Der A400M wurde entwickelt, um europäische Defizite beim militärischen Fracht- und Truppentransport in unwegsames Gelände auszugleichen. Die Ankündigung gilt als bedeutender Impuls für das Programm, das zuletzt unter Druck stand.
Exporterfolge blieben beim A400M bisher schleppend, was Zweifel an der langfristigen Zukunft des Modells aufkommen ließ. Airbus hatte Anfang des Jahres frühere Warnungen an Investoren bezüglich der langfristigen Zukunft der A400M-Produktion bereits abgeschwächt. Der neue Pool soll sich zunächst aus bereits in Betrieb befindlichen Flugzeugen zusammensetzen und später durch Maschinen aus laufender Produktion ergänzt werden.
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Zur AktienanalyseEin Airbus-Sprecher erklärte, das Vorhaben könne letztlich zu neuen Aufträgen führen. Es sei jedoch noch zu früh, über deren Anzahl oder den genauen Zeitpunkt zu spekulieren. Airbus ist Hersteller sowohl des A400M-Transportflugzeugs als auch des A330-Jets, auf dem der Tanker basiert.
Der Kontext der Ankündigungen ist bedeutsam: Die NATO-Mitglieder trafen sich in Ankara, bevor sie am Abend mit US-Präsident Donald Trump zum eigentlichen Gipfel zusammenkamen. Trump wirft den europäischen Regierungen seit langem vor, sich bei ihrer Verteidigung zu sehr auf die USA zu verlassen. Die vorgestellten Rüstungsgeschäfte sollen demonstrieren, dass Europa diese Kritik ernst nimmt und eigene Kapazitäten aufbaut.


