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Nayara setzt auf Dark Fleet für Öltransport

EU-Sanktionen zwingen indischen Raffineriekonzern zu Kürzungen und russischer Unterstützung

Nayara setzt auf Dark Fleet für Öltransport

Der indische Raffineriekonzern Nayara Energy greift zunehmend auf eine sogenannte Dark Fleet zurück, um Rohölimporte und den Transport von Treibstoffen sicherzustellen. Das Unternehmen, das mehrheitlich von russischen Investoren kontrolliert wird und seit Juli unter den Sanktionen der Europäischen Union steht, sieht sich seitdem mit erheblichen Schwierigkeiten beim Schiffstransport konfrontiert. Zahlreiche Reedereien haben ihre Zusammenarbeit eingestellt, was Nayara dazu zwang, die Verarbeitungskapazitäten deutlich zu reduzieren.

Nayara besitzt rund acht Prozent der gesamten indischen Raffineriekapazität von 5,2 Millionen Barrel pro Tag. In der Vergangenheit exportierte der Konzern einen Teil seiner Produktion, während etwa 70 Prozent des Outputs der Raffinerie im westindischen Bundesstaat Gujarat über ein Netz von mehr als 6.600 Tankstellen im Inland vermarktet wurden. Nach Inkrafttreten der Sanktionen wurde die Verarbeitung in Vadinar jedoch auf 70 bis 80 Prozent der Kapazität heruntergefahren.

Daten von LSEG und Schifffahrtsmeldungen zeigen, dass Nayara allein im laufenden Monat mindestens sieben Tankladungen russischen Rohöls importiert hat. Darunter befanden sich Transporte mit den unter Sanktionen stehenden Schiffen Centurion, Mars 6, Pushpa, Horae und Devika, vormals unter dem Namen Apar unterwegs. Jede dieser Ladungen umfasste etwa 700.000 Barrel des russischen Urals-Rohöls.

Indische Reedereien, die für Auslandsfahrten eingesetzt werden, verweigern laut Branchenquellen mittlerweile Transporte für Nayara, da die Versicherungsdeckung für Schiffe im Zusammenhang mit den Sanktionen nicht gewährleistet werden kann. Auch Unternehmen, die regelmäßig Raffinerieprodukte von Nayara verschifften, berichteten von derartigen Schwierigkeiten. Russische Stellen sollen daher unterstützend eingreifen und Schiffe für Nayara organisieren.

Die Auswertung der Handelsströme zeigt, dass das Unternehmen für den Export von Benzin und Gasoil Tanker wie Next, Tempest Dream, Leruo, Nova, Varg, Sard und Uriel einsetzte, die sämtlich unter EU-Sanktionen stehen. Einige dieser Schiffe erhielten nach ihrer Listung neue Namen, um weiterhin im internationalen Handel eingesetzt werden zu können.

Indien als drittgrößter Ölimporteur der Welt richtet sich nach den Sanktionen der Vereinten Nationen, nicht jedoch nach einseitigen Maßnahmen einzelner Staaten oder Staatenbündnisse. Das ermöglicht es Raffinerien wie Nayara, auch weiterhin russisches Öl zu importieren und Produkte auf sanktionierten Schiffen auszuführen.

Der stellvertretende russische Handelsvertreter in Indien, Evgeniy Griva, erklärte dazu, dass die Versorgung von Nayara durch den russischen Ölkonzern Rosneft gesichert sei und das Unternehmen keine Probleme bei der Belieferung habe. Eine Stellungnahme von Nayara selbst zu den aktuellen Entwicklungen lag nicht vor.

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