Nestlé-Präsident Isla setzt auf Volumenwachstum und Portfolioumbau
Verwaltungsratspräsident Pablo Isla fordert beständiges Mengenwachstum – Quartal für Quartal – und bekräftigt Pläne zum Verkauf des Wassergeschäfts.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé muss sein Absatzvolumen wieder steigern. Das erklärte Verwaltungsratspräsident Pablo Isla in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung, das am Mittwoch, dem 15. April, veröffentlicht wurde. Als Hebel nannte Isla ein angepasstes Produktportfolio sowie eine stärkere Leistungskultur im Unternehmen.
„Der Schlüssel liegt darin, beständig ein Volumenwachstum zu liefern – Quartal für Quartal, Jahr für Jahr. Dann wird auch der Aktienkurs folgen", sagte Isla gegenüber der NZZ. Das Zitat macht deutlich, dass der Verwaltungsratspräsident den Fokus klar auf operative Lieferfähigkeit legt – und nicht allein auf kurzfristige Preiserhöhungen, die in den vergangenen Jahren das Wachstum bei Nestlé maßgeblich getrieben hatten.
Verschuldung und Wassergeschäft im Fokus
Neben dem Volumenwachstum äußerte sich Isla auch zur Finanzstruktur des Konzerns. Nestlé strebe an, den Verschuldungsgrad wieder in die Mitte der Zielspanne vom Zwei- bis Dreifachen des operativen Gewinns zu bringen. Damit bekräftigte er zugleich den Plan, Teile des Nestlé-Wassergeschäfts zu veräußern.
Der Verkauf von Teilen des Wasserportfolios gilt als ein zentrales Element der laufenden Neuausrichtung des Konzerns. Nestlé betreibt unter anderem bekannte Wassermarken und hatte in der Vergangenheit immer wieder über eine Neustrukturierung dieses Segments nachgedacht. Konkrete Details zu potenziellen Käufern oder einem Zeitplan nannte Isla in dem Interview nicht.
Isla als Hoffnungsträger nach Konzernkrise
Pablo Isla übernahm das Amt des Verwaltungsratspräsidenten im Oktober – zu einem Zeitpunkt, als Nestlé unter erheblichem Druck stand. Ein Skandal hatte zuvor den damaligen CEO des Unternehmens zu Fall gebracht und das Vertrauen der Investoren erschüttert. Mit Islas Amtsantritt verbanden viele Aktionäre die Hoffnung auf einen Neuanfang und eine klarere strategische Ausrichtung.
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Zur AktienanalyseIsla ist kein Unbekannter in der europäischen Unternehmenslandschaft. Er bringt Erfahrung aus führenden Positionen in internationalen Konzernen mit und gilt als entschlossener Reformer. Sein klares Bekenntnis zu Volumenwachstum und Bilanzoptimierung sendet ein Signal an die Märkte: Nestlé will operative Stärke zurückgewinnen.
Für deutsche Anleger ist Nestlé als eine der größten Positionen in zahlreichen europäischen Fonds und ETFs von Bedeutung. Die Aktie des Konzerns notiert an der Schweizer Börse SIX und wird auch über deutsche Handelsplätze gehandelt. Die strategische Neuausrichtung unter Isla dürfte die Kursentwicklung in den kommenden Quartalen maßgeblich beeinflussen.


