Nestlé übertrifft Quartalsziele und gründet Wasser-Joint-Venture mit Platinum Equity
Der Nahrungsmittelriese meldet 3,7% organisches Umsatzwachstum im zweiten Quartal und hebt die Jahresprognose an.

Nestlé hat am Donnerstag starke Quartalszahlen vorgelegt und gleichzeitig eine bedeutende strategische Weichenstellung bekanntgegeben. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern erzielte im zweiten Quartal 2025 ein organisches Umsatzwachstum von 3,7% – und übertraf damit die durchschnittliche Analystenerwartung von 3,6%. Parallel dazu gab das Unternehmen die Gründung eines Joint Ventures für sein Wasser- und Premium-Getränkegeschäft bekannt.
Das neue Gemeinschaftsunternehmen entsteht in Partnerschaft mit der US-amerikanischen Investmentfirma Platinum Equity. Nestlé erwartet aus der Transaktion Einnahmen von rund 3 Milliarden Euro (ca. 3,43 Milliarden US-Dollar). Beide Partner werden jeweils 50% an dem Joint Venture halten, das unter dem Namen Peranel firmieren wird.
Das Wassergeschäft: Starke Marken, neue Struktur
Das Portfolio des neuen Gemeinschaftsunternehmens umfasst mehr als 30 Marken, die in 120 Ländern vertrieben werden. Dazu zählen bekannte Namen wie S. Pellegrino, Source Perrier und Acqua Panna sowie die globale Marke Nestlé Pure Life und weitere bedeutende lokale Wassermarken. Reuters hatte bereits im Mai des vergangenen Jahres berichtet, dass Nestlé die Investmentbank Rothschild beauftragt hatte, eine Partnerschaft oder den Teilverkauf des europäischen Wassergeschäfts zu prüfen.
Der Schritt ist Teil der umfassenderen Portfoliostrategie unter CEO Philipp Navratil. Dieser versucht, Wachstum und Rentabilität durch eine stärkere Konzentration auf die Kernmarken des Konzerns zu steigern. Zu diesen Kernmarken gehören unter anderem Maggi-Brühwürfel, KitKat-Riegel und Nescafé-Kaffee.
Prognose angehoben – trotz gestiegener Kosten
Auf der Grundlage der soliden Quartalsentwicklung hob Nestlé seine Jahresprognose an. Das Unternehmen erwartet nun für das Gesamtjahr ein organisches Umsatzwachstum von 3% bis 4%, nachdem das bisherige Ziel bei „rund 3%" gelegen hatte. Das ist ein klares Signal des Managements, dass die Erholung des Konzerns an Fahrt gewinnt.
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Zur AktienanalyseBeim Blick auf die Detailzahlen des zweiten Quartals zeigt sich ein ausgewogenes Bild: Die Preiserhöhungen von 1,9% lagen leicht über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,8%. Das reale interne Wachstum – also das tatsächliche Absatzvolumen – weitete sich um 1,8% aus und entsprach damit den Erwartungen der Analysten.
Für die zweite Jahreshälfte rechnet Nestlé mit einer höheren zugrunde liegenden operativen Ergebnismarge als im ersten Halbjahr. Als Grund nennt das Unternehmen niedrigere Kaffee- und Kakaokosten. Gleichzeitig wies Nestlé jedoch darauf hin, dass „einige höhere Transport- und Energiekosten infolge des Nahostkonflikts" die Marge belasten. Unter dem Strich überwiegen für den Konzern derzeit die positiven Kosteneffekte.


