Nestlé verkauft Speiseeisgeschäft und übertrifft Umsatzprognosen im Q4
Schweizer Konzern fokussiert sich auf Kerngeschäft – Aktie steigt um 3 Prozent

Die Aktien des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé legten am Donnerstag um 3 Prozent zu, nachdem das Unternehmen überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt hatte. Das organische Umsatzwachstum im vierten Quartal übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Gleichzeitig kündigte der Konzern aus Vevey weitreichende Portfolio-Bereinigungen an.
Nestlé plant den Verkauf seines verbleibenden Speiseeisgeschäfts an Froneri, ein Joint Venture zwischen PAI Partners und Nestlé selbst, das bereits die Marke Häagen-Dazs besitzt. Zudem hat das Unternehmen im ersten Quartal den formellen Trennungsprozess vom Wassergeschäft eingeleitet, zu dem bekannte Marken wie Perrier und Henniez gehören. Die vollständige Entkonsolidierung der Wassersparte wird bis 2027 erwartet.
Die strategische Neuausrichtung erfolgt unter der Führung des neuen Führungsduos: CEO Philipp Navratil und Verwaltungsratspräsident Pablo Isla, ehemaliger Inditex-Manager. Beide verfolgen das Ziel, den weitverzweigten Konsumgüterriesen zu straffen, nachdem Nestlé jahrelang sowohl operativ als auch bei der Aktienkursentwicklung hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.
Fokus auf Kerngeschäft
CEO Navratil erklärte gegenüber Analysten, das verbleibende Speiseeisgeschäft sei zwar "stark, aber klein und eine Ablenkung" für den Konzern. Die Analysten von Jefferies bewerteten die Portfolio-Pläne als "vorerst wenig verändert und unspektakulär", lobten jedoch die Beibehaltung der meisten Kernziele. Die UBS sieht in den Ergebnissen "erste Anzeichen von Fortschritten" und hebt die Sparten Süßwaren, Getränke und Tiernahrung als wichtigste Wachstumstreiber hervor.
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Zur AktienanalyseAllerdings belastete ein Rückruf von Säuglingsnahrung die Geschäftsentwicklung. Von dem Rückruf sind neben Nestlé auch Konkurrent Danone und das französische Unternehmen Lactalis betroffen. Nestlé bezifferte die negative Auswirkung auf das organische Wachstum mit 20 Basispunkten und wies Restrukturierungskosten von 1,7 Milliarden Schweizer Franken aus, die hauptsächlich auf den Rückruf zurückzuführen sind.
Die Nestlé-Aktie notierte zuletzt 2,6 Prozent im Plus und hat im bisherigen Jahresverlauf rund 2 Prozent zugelegt. Anleger reagierten positiv auf die strategische Neuausrichtung und die besser als erwarteten Quartalszahlen des Nescafé- und KitKat-Herstellers.


