Netflix-Aktie: Trader Mike Khouw sieht Hollywood-Ende kommen
Trotz Orientierungslosigkeit beim Kurs bleibt die fundamentale Investmentstory von Netflix laut Trader Mike Khouw intakt.

Der Aktienkurs von Netflix hat zuletzt an Richtung verloren – doch Trader Mike Khouw sieht darin keine Katastrophe, sondern eine Chance. Die fundamentale Investmentstory des Streaming-Riesen sei weiterhin intakt, so die Einschätzung des Marktstrategen gegenüber CNBC Markets.
Besonders auffällig: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der erwarteten Gewinne liegt aktuell bei 18,9 – und damit in der Nähe des Bärenmarkt-Tiefs aus dem Jahr 2022, als das KGV unter 15 fiel. Für Anleger bedeutet das: Die Aktie ist günstiger geworden, während sich das zugrunde liegende Geschäft gleichzeitig verbessert hat.
Wachstumsinvestoren weg, Value-Investoren noch nicht da
Der Grund für die Bewertungslücke liegt in einem strategischen Schwenk des Unternehmens. Als Netflix aufhörte, den Abonnentenzuwachs als zentrale Kennzahl in den Vordergrund zu stellen, und stattdessen Umsatz, Margen und freien Cashflow betonte, wandten sich klassische Wachstumsinvestoren ab. Value-Investoren hingegen sind noch nicht vollständig eingestiegen – unter anderem, weil traditionelle Medienkonzerne wie Disney auf dem Papier noch günstiger erscheinen. Disney notiert derzeit bei einem KGV von unter 13.
Khouw hält diesen Vergleich jedoch für irreführend. Netflix sei das weitaus überlegenere Unternehmen: margenstärker, cashflow-stark und mit einem klar definierten Geschäftsmodell. Ein KGV von 18,9 für das heutige Netflix zu zahlen, liege lediglich vier Punkte über dem historischen Tiefpunkt der Aktie – ein Niveau, das die Stärke des Unternehmens kaum widerspiegele.
Volatilität verkaufen statt Aktien kaufen
Aus dieser Analyse zieht Khouw eine konkrete Handlungsempfehlung: Der Verkauf von Volatilität sei unter den aktuellen Bedingungen weitaus attraktiver als der direkte Kauf der Netflix-Aktie. Bei einem Kurs von rund 70 US-Dollar und 25 Kalendertagen bis zum Verfallstermin im August biete die erhöhte Unsicherheit rund um den Kurs eine Möglichkeit, durch Optionsstrategien von der Seitwärtsbewegung zu profitieren.
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Zur AktienanalyseDiese Strategie richtet sich vor allem an erfahrene Anleger, die mit dem Optionsmarkt vertraut sind. Beim Verkauf von Volatilität – etwa durch das Schreiben von Optionen – kassiert der Anleger die Optionsprämie und profitiert, wenn der Kurs innerhalb einer bestimmten Spanne bleibt. Das Risiko: Starke Kursbewegungen in beide Richtungen können zu Verlusten führen.
Für deutsche Privatanleger ist der Fall Netflix ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich Bewertungsniveaus und Investorenerwartungen verschieben können, wenn ein Unternehmen seine Kommunikationsstrategie ändert. Die Frage, ob Netflix eher als Wachstums- oder als Value-Titel einzustufen ist, bleibt vorerst offen – und genau diese Unsicherheit macht die Aktie für unterschiedliche Anlegertypen interessant.


