Netflix erhöht Abopreise in den USA für alle Tarife
Der Streaming-Gigant verteuert sämtliche US-Abonnements und investiert gleichzeitig in neue Formate wie Live-Sport und Video-Podcasts.

Netflix hat seine Abonnementpreise in den USA für alle Tarifmodelle angehoben. Das werbefinanzierte Abo kostet künftig 8,99 US-Dollar pro Monat, ein Dollar mehr als bisher. Das Standard-Abo steigt um zwei Dollar auf 19,99 Dollar, das Premium-Paket klettert von 24,99 auf 26,99 Dollar monatlich.
Auch das Hinzufügen eines weiteren Nutzers wird teurer: Für werbefinanzierte Abonnements fallen künftig 7,99 Dollar an, für werbefreie Tarife 9,99 Dollar. Es ist die erste Preiserhöhung seit Anfang des vergangenen Jahres. Zuletzt hatte Netflix sein günstigstes werbefreies Basispaket bereits 2023 ersatzlos gestrichen.
Wachstumsstrategie hinter der Preiserhöhung
Mit über 325 Millionen Abonnenten weltweit setzt Netflix auf steigende Einnahmen je Nutzer statt auf bloßes Mengenwachstum. Analysten von TD Cowen schätzen, dass der durchschnittliche Umsatz pro Abonnent in der Region USA und Kanada im Jahr 2026 im Jahresvergleich um sechs Prozent zulegen wird. Die Preiserhöhung ist damit ein gezieltes Instrument zur Umsatzsteigerung.
Gleichzeitig investiert das Unternehmen in neue Inhaltsformate: Video-Podcasts und Live-Sportveranstaltungen sollen das Angebot attraktiver machen und Abonnenten an die Plattform binden. Im zuletzt gemeldeten Quartal von Oktober bis Dezember erzielte Netflix einen Umsatz von 12,1 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten leicht.
Rückzug aus Warner-Bros-Deal
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAbseits der Preispolitik sorgte Netflix zuletzt mit einem strategischen Rückzug für Schlagzeilen: Das Unternehmen verzichtete auf ein Gebot für die Streaming- und Studio-Assets von Warner Bros. Discovery. Damit öffnete Netflix den Weg für Paramount Skydance, das traditionsreiche Hollywood-Studio in einem Deal im Wert von 110 Milliarden Dollar zu übernehmen.
Für deutsche Netflix-Kunden hat die US-Preiserhöhung vorerst keine direkte Auswirkung. Allerdings gelten Preisanpassungen in den USA häufig als Vorbote für spätere Anpassungen in anderen Märkten – auch in Europa.


