Netflix steigert Gewinn um 45 Prozent
Mehr Einnahmen durch Squid Game, höhere Preise und KI-gestützte Serienproduktionen

Ein kräftiger Gewinnsprung und neue strategische Weichenstellungen prägen die aktuellen Quartalszahlen von Netflix. Der weltweit führende Streamingdienst meldet ein Umsatzwachstum von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und kommt damit auf 11,08 Milliarden US-Dollar, was rund 9,55 Milliarden Euro entspricht. Analysten hatten mit etwas geringeren Einnahmen gerechnet. Der Quartalsgewinn stieg sogar um über 45 Prozent auf nunmehr 3,1 Milliarden Dollar. Besonders erfolgreich zeigte sich einmal mehr die südkoreanische Erfolgsserie Squid Game, die laut Unternehmensangaben einen erheblichen Anteil am gesteigerten Umsatz und Gewinn hatte.
Auch höhere Abo-Preise und zunehmende Werbeeinnahmen trugen zum positiven Finanzergebnis bei. Trotz der starken Zahlen gab das Unternehmen bekannt, dass das gesteigerte Umsatzziel für das Gesamtjahr auch von günstigen Wechselkursen beeinflusst sei. Dies sorgte an der Börse für Zurückhaltung – die Netflix-Aktie verlor im nachbörslichen Handel an der Wall Street rund zwei Prozent.
Während sich der Konzern bei seinen Abonnentenzahlen zunehmend bedeckt hält, sprach die Unternehmensführung von einem „gesunden“ Kundenwachstum, das die eigenen Erwartungen übertroffen habe. In der Vergangenheit hatte Netflix durch erfolgreiche Eigenproduktionen wiederholt für Überraschungen gesorgt. Der Fokus auf Inhalte, die Zuschauer binden, wird nun auch durch neue Formate erweitert. So plant das Unternehmen, sein Angebot um Live-Übertragungen, Konzerte, Dokumentationen und Promi-Interviews auszubauen. Gespräche mit dem Musikstreaming-Dienst Spotify sollen bereits laufen. Zudem erwägt Netflix, sich um die US-Übertragungsrechte der Formel 1 zu bewerben.
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Zur AktienanalyseAuch im Bereich der Produktion geht Netflix neue Wege. Künstliche Intelligenz soll künftig verstärkt zum Einsatz kommen, um Kosten zu senken und Produktionszeiten zu verkürzen. Co-Chef Ted Sarandos verwies auf die argentinische Serie El Eternauta, in der eine Szene mithilfe von KI schneller und günstiger als mit herkömmlichen Spezialeffekten realisiert wurde. Die Technologie habe es ermöglicht, den Zusammenbruch eines Gebäudes in Buenos Aires visuell darzustellen – und das zehn Mal schneller als auf konventionellem Weg. Mit diesem Schritt könnte Netflix auch den Innovationsdruck auf andere Streaming-Anbieter und Filmstudios weiter erhöhen.


