Netflix vs. Paramount: Bieterschlacht um Warner Bros. Discovery
Netflix hat sein 82,7 Milliarden Dollar schweres Barangebot für Warner Bros. Discovery bestätigt und sich die Unterstützung des Verwaltungsrats gesichert. Das Angebot konkurriert mit dem feindlichen Gebot von Paramount Skydance.

Netflix hat laut einer behördlichen Einreichung sein reines Barangebot für die Studio- und Streaming-Geschäfte von Warner Bros. Discovery auf 82,7 Milliarden Dollar festgelegt. Der Streaming-Riese verzichtete dabei auf eine Erhöhung seines ursprünglichen Angebots, erhielt jedoch die einstimmige Zustimmung des Verwaltungsrats. Warner Bros. hatte sich bereits im vergangenen Jahr für Netflix als bevorzugten Bieter entschieden und das konkurrierende Angebot von Paramount Skydance zurückgewiesen.
Die Angebotsdetails im Vergleich
Netflix bietet 27,75 Dollar je Aktie in bar, was einer Prämie von 121,3 Prozent auf den Schlusskurs vom 10. September (12,54 Dollar) entspricht. Der Unternehmenswert beläuft sich auf 82,7 Milliarden Dollar, der Eigenkapitalwert auf 72,0 Milliarden Dollar. Paramount Skydance hatte dagegen eine höhere Prämie von 139 Prozent auf den ungestörten Aktienkurs geboten, mit einem Unternehmenswert von 108,4 Milliarden Dollar.
Die Finanzierung des Netflix-Deals erfolgt über Fremdmittel von bis zu 59 Milliarden Dollar, bereitgestellt von Wells Fargo, BNP Paribas und HSBC Bank, ergänzt durch liquide Mittel. Paramount Skydance plant eine Fremdfinanzierung von 54 Milliarden Dollar über Bank of America und Citi, zusätzlich zu Eigenkapital von Larry Ellison und RedBird.
Strategische Bedeutung und Synergien
Netflix verspricht jährliche Einsparungen zwischen zwei und drei Milliarden Dollar durch die Übernahme. Das fusionierte Unternehmen würde die Streaming-Dominanz von Netflix mit über 300 Millionen Abonnenten weiter ausbauen, verglichen mit 79,1 Millionen bei Paramount. Die Transaktion soll innerhalb von 12 Monaten abgeschlossen werden.
Zum Übernahmepaket gehören die Film- und Fernsehstudios von Warner Bros., das geistige Eigentum und Videospiel-Entwickler, das HBO-Netzwerk samt Content-Bibliothek sowie weitere Vermögenswerte. Paramount Skydance hatte dagegen alle Geschäftsbereiche von Warner Bros. Discovery anvisiert, einschließlich Gaming und Kabelfernsehnetzwerken.
Politische Dimension
US-Präsident Donald Trump äußerte sich unterschiedlich zu beiden Angeboten. Über Netflix sagte er: "Netflix ist ein großartiges Unternehmen. Sie haben phänomenale Arbeit geleistet. Ted ist ein fantastischer Mann." Gleichzeitig warnte er vor einer zu großen Marktkonzentration. Paramount kritisierte Trump hingegen nach dessen Skydance-Übernahme scharf und bemängelte die Qualität von CBS-Sendungen.
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Zur AktienanalyseMarktposition und Bewertung
Netflix verfügt über eine Marktkapitalisierung von 402,12 Milliarden Dollar, während Paramount Skydance mit 12,65 Milliarden Dollar bewertet wird. Beide Bieter haben sich zu einem Trennungsgeld von 5,8 Milliarden Dollar verpflichtet. Die Entscheidung wird weitreichende Folgen für die Medienlandschaft haben und könnte die Streaming-Branche nachhaltig verändern.
Co-CEOs von Netflix, Ted Sarandos, würde die Führung übernehmen, während bei Paramount David Ellison als CEO vorgesehen war. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft von Warner Bros. Discovery steht noch aus.

