Neue US-Zölle treiben Ölpreise nach oben
Auswirkungen auf Handel, Raffinerien und globale Energiekosten erwartet

Die Ölpreise sind am Montag gestiegen, nachdem die US-Regierung unter Präsident Donald Trump neue Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China verhängt hat. Diese Maßnahme hat Befürchtungen ausgelöst, dass es zu Versorgungsstörungen kommen könnte, insbesondere bei den beiden größten Öllieferanten der USA. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,88 Prozent auf 73,89 US-Dollar pro Barrel, nachdem er zuvor ein Hoch von 75,18 US-Dollar erreicht hatte. Die Brent-Rohöl-Futures verteuerten sich um 0,96 Prozent auf 76,40 US-Dollar pro Barrel und erreichten zwischenzeitlich 77,34 US-Dollar.
Trump hatte am Samstag weitreichende Zölle auf Waren aus Mexiko, Kanada und China angeordnet, wodurch ein Handelskonflikt ausgelöst wurde, der das globale Wirtschaftswachstum belasten und die Inflation anheizen könnte. Die Importzölle auf Energieprodukte aus Kanada betragen 10 Prozent, während die Abgaben auf mexikanische Energieimporte mit 25 Prozent deutlich höher ausfallen. Experten gehen davon aus, dass die Zurückhaltung gegenüber kanadischen Energieimporten darauf zurückzuführen ist, dass drastische Maßnahmen in diesem Bereich zu einer Beeinträchtigung des US-amerikanischen Energiemarktes führen könnten.
Laut Daten des US-Energieministeriums sind Kanada und Mexiko die beiden wichtigsten Rohöllieferanten der USA. Zusammen liefern sie etwa ein Viertel des in den Vereinigten Staaten raffinierten Rohöls, das zu Kraftstoffen wie Benzin und Heizöl weiterverarbeitet wird. Branchenvertreter warnen, dass die neuen Zölle die Kosten für schwerere Rohölsorten, die von US-Raffinerien für eine optimale Produktion benötigt werden, in die Höhe treiben und die Rentabilität der Raffinerien senken könnten. Dies könnte sie dazu zwingen, ihre Produktion zu drosseln.
Die US-Benzin-Futures stiegen um 2,66 Prozent auf 2,1136 US-Dollar pro Gallone, nachdem sie zuvor ein Hoch von 2,162 US-Dollar erreicht hatten. Energieanalysten bewerten die Zölle als kurzfristig preistreibend, da sie das Angebot gefährden könnten. Langfristig könnte jedoch eine geringere Nachfrage nach Rohöl zu sinkenden Preisen führen. Zusätzlich steht die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+) unter Druck, ihre Produktionskürzungen schneller als geplant zurückzufahren. Dennoch wird erwartet, dass das Kartell bei seinem Treffen am Montag an den bestehenden Plänen zur schrittweisen Erhöhung der Fördermengen festhält.
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Zur AktienanalyseUnter den US-Raffinerien sind HF Sinclair, Phillips 66 und Par Pacific besonders stark von den Importen kanadischen Rohöls abhängig. Die Entwicklung der Ölpreise bleibt in den kommenden Wochen von der weiteren Umsetzung der Zölle sowie der Reaktion der betroffenen Länder abhängig.


