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Neuseeland vergibt neue Bergbaukonzession im Taranaki-Becken

Die Mitte-Rechts-Koalition stärkt die heimische Gasversorgung mit einer zehnjährigen Abbaugenehmigung für Matahio NZ Onshore.

Neuseeland vergibt neue Bergbaukonzession im Taranaki-Becken

Neuseelands Mitte-Rechts-Koalitionsregierung hat eine neue Abbaukonzession für den Energiesektor in der Onshore-Region Taranaki erteilt. Das öl- und gasreiche Gebiet auf der Nordinsel des Landes soll künftig mehr Erdgas für den heimischen Markt liefern. Das Unternehmen Matahio NZ Onshore erhielt eine auf zehn Jahre befristete Genehmigung, wie Rohstoffminister Shane Jones in einer offiziellen Erklärung bekanntgab.

Die neue Konzession umfasst Teile des Puka-Feldes sowie das Oru-Projekt. Matahio schätzt die gewinnbaren Reserven aus dem bestehenden Puka-Fund auf rund 170.000 Barrel Öl und 1,3 Milliarden Kubikfuß Gas. Eine unabhängige Bewertung des Oru-Projekts beziffert die potenziellen Ressourcen auf 1,8 Millionen Barrel Öl und 1,2 Milliarden Kubikfuß Gas.

Zweite Genehmigung innerhalb eines Jahres

Rohstoffminister Jones, ein ausgewiesener Befürworter fossiler Brennstoffe, wertete die Entscheidung als klares Signal für die Erholung des neuseeländischen Erdölsektors. „Da dies erst die zweite Genehmigung für den Erdölabbau ist, die in den letzten acht Jahren erteilt wurde, aber bereits die zweite innerhalb des letzten Jahres, ist dies ein weiteres Signal dafür, dass der neuseeländische Erdölsektor wieder an Dynamik gewinnt", sagte Jones.

Jones betonte zudem die strategische Bedeutung von Erdgas für die Energieversorgung des Landes. Erdgas werde in den kommenden Jahrzehnten ein entscheidender Bestandteil des neuseeländischen Energiemixes bleiben. Insbesondere in trockenen Jahren, wenn die Kapazitäten aus Wasserkraft sinken, unterstütze Erdgas die Stromerzeugung des Landes.

Politischer Kurswechsel nach Labour-Ära

Der Hintergrund dieser Entscheidung ist ein deutlicher politischer Kurswechsel gegenüber der Vorgängerregierung. Die von der Labour Party geführte Regierung hatte im Jahr 2018 alle neuen Offshore-Genehmigungen blockiert und Onshore-Konzessionen auf bestehende Zuteilungen in der Region Taranaki beschränkt. Diese restriktive Politik sollte den Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigen.

Kritiker machen genau diese Politik für den starken Anstieg der Energiepreise verantwortlich, der mit dem Rückgang der heimischen Gasproduktion einherging. Der Schritt der aktuellen Koalitionsregierung wird daher von Befürwortern der Branche als notwendige Korrektur gewertet, um die Versorgungssicherheit des Landes zu gewährleisten.

Für deutsche Anleger und Beobachter des globalen Energiemarktes ist die Entwicklung in Neuseeland ein weiteres Beispiel dafür, wie westliche Regierungen angesichts steigender Energiepreise und Versorgungsengpässe ihre Energiepolitik neu ausrichten. Die Debatte zwischen Klimaschutzzielen und kurzfristiger Versorgungssicherheit ist dabei ein international bekanntes Spannungsfeld.

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