New York City verbietet Abo-Fallen mit neuer Click-to-Cancel-Regel
New York City führt als erste US-Stadt eine Richtlinie gegen Abo-Fallen und versteckte Gebühren ein – mit Wirkung ab Oktober.

New York City macht Ernst im Kampf gegen unlautere Geschäftspraktiken: Die Stadt wird eine Richtlinie einführen, die Unternehmen die Nutzung von sogenannten Abo-Fallen untersagt. Gleichzeitig erhalten Verbraucher das Recht, Abonnements per einfachem Klick zu kündigen – die sogenannte „Click to Cancel"-Regel. Das teilten Stadtvertreter am Freitag mit.
Die Büros von Bürgermeister Zohran Mamdani und des Beauftragten der Behörde für Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz (Department of Consumer and Worker Protection), Samuel Levine, bezeichnen die neue Richtlinie als die erste ihrer Art für eine Kommunalverwaltung in den gesamten USA. Damit setzt New York City ein deutliches Zeichen für den Verbraucherschutz auf kommunaler Ebene.
Die „Click to Cancel"-Regel tritt am 1. Oktober in Kraft. Sie gilt für Abonnements mit automatischer Verlängerung sowie für fortlaufende Dienstleistungsverträge. Unternehmen werden verpflichtet, die Abonnementbedingungen klar offenzulegen und gleichzeitig einen einfachen und transparenten Kündigungsprozess bereitzustellen.
Versteckte Gebühren kosten Familien tausende Dollar
Neben der Kündigungsregelung geht die Richtlinie auch gegen sogenannte „Junk Fees" vor – also versteckte Zusatzgebühren, die Verbraucher oft erst beim Bezahlvorgang überraschen. Unternehmen werden künftig verpflichtet, den vollen Preis für Waren und Dienstleistungen im Voraus auszuweisen, einschließlich aller obligatorischen Entgelte und Gebühren.
Der finanzielle Schaden durch solche versteckten Gebühren ist erheblich: Stadtvertreter beziffern die jährlichen Kosten für eine durchschnittliche vierköpfige Familie auf schätzungsweise 3.200 US-Dollar – unter Berufung auf Verbraucherberichte. Für viele Haushalte ist das eine spürbare Belastung des Familienbudgets.
Unternehmen, die gegen die neuen Vorschriften verstoßen, müssen mit empfindlichen Konsequenzen rechnen. Neben Entschädigungszahlungen an betroffene Verbraucher drohen Zivilstrafen, die bei 525 US-Dollar pro Verstoß beginnen.
Bundesweite Regelung scheiterte vor Gericht
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Zur AktienanalyseDer Vorstoß New York Citys kommt nicht ohne Vorgeschichte: Die Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden hatte bereits eine landesweite „Click to Cancel"-Regel eingeführt. Diese wurde jedoch im vergangenen Jahr von einem Bundesberufungsgericht gekippt, noch bevor sie zum geplanten Termin in Kraft treten konnte. New York City greift diesen Ansatz nun auf kommunaler Ebene wieder auf.
Bürgermeister Mamdani, ein demokratischer Sozialist, hatte im Wahlkampf versprochen, New York City erschwinglicher zu machen. Er trat sein Amt im Januar an und setzt mit dieser Richtlinie ein frühes Signal seiner Verbraucherschutzpolitik. Ob andere US-Städte dem Beispiel New Yorks folgen werden, bleibt abzuwarten – die Bezeichnung als „erste ihrer Art" dürfte jedoch Signalwirkung haben.


