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Nexperia-Machtkampf: Niederländisches Gericht entscheidet über Zukunft

Der niederländische Chiphersteller Nexperia und sein chinesischer Eigentümer Wingtech stehen sich vor Gericht gegenüber. Der Machtkampf hat bereits zu Chipengpässen bei Autoherstellern geführt.

Nexperia-Machtkampf: Niederländisches Gericht entscheidet über Zukunft

Der Machtkampf um den niederländischen Halbleiterhersteller Nexperia erreicht am Mittwoch eine entscheidende Phase. Vor dem Amsterdamer Unternehmensgericht treffen die europäischen Manager des Unternehmens auf ihren chinesischen Eigentümer Wingtech. Der Streit hat bereits zu erheblichen Lieferengpässen bei Automobilherstellern geführt.

Regierung griff vorübergehend ein

Die Auseinandersetzung eskalierte Ende September 2024, als die niederländische Regierung die Kontrolle über Nexperia übernahm. Die Behörden befürchteten eine Verlagerung von Betriebsabläufen und geistigem Eigentum nach China. Um eine diplomatische Konfrontation mit Peking zu vermeiden, wurde der Schritt jedoch später wieder zurückgenommen.

Nexperia produziert in Europa Silizium-Wafer, die anschließend zur weiteren Verarbeitung nach China verschickt werden. Das Unternehmen erzielte 2024 einen Gewinn von 331 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 2,06 Milliarden Dollar.

Gericht suspendierte chinesischen CEO

Anfang Oktober ordnete das Amsterdamer Gericht die Suspendierung von Wingtech-Gründer Zhang Xuezheng als CEO von Nexperia an. Gleichzeitig entzog es Wingtech die Kontrolle über die Nexperia-Aktien. Die Richter begründeten dies mit "wohlbegründeten Zweifeln" an der korrekten Unternehmensführung.

Die Richter sahen einen möglichen Interessenkonflikt, da Zhang Eigentümer einer Fabrik in Shanghai ist, die Wafer an Nexperia verkauft. Zudem hätten er und Wingtech nicht die notwendigen Governance-Änderungen vorgenommen, um eine Aufnahme Nexperias auf eine US-Blacklist zu verhindern.

Wingtech warnt vor Unternehmenskollaps

Ruby Yang, Vorsitzende von Wingtech, erklärte am Dienstag, das Unternehmen könne nur gerettet werden, wenn die gerichtlichen Maßnahmen rückgängig gemacht würden. Wingtech will vor Gericht argumentieren, dass Zhangs Pläne für eine Tochtergesellschaft eines chinesischen Unternehmens mit bedeutenden Umsätzen im weltgrößten Automarkt China durchaus sinnvoll seien.

Die niederländische Regierung wird voraussichtlich die Position der europäischen Nexperia-Manager unterstützen. Zhang wird nicht persönlich vor Gericht erscheinen, seine Anwälte werden jedoch seine Interessen vertreten.

Unternehmen spaltet sich auf

Der Konflikt hat bereits konkrete Folgen: Nexperia spaltet sich in zwei kleinere Unternehmen auf, während Kunden händeringend nach alternativen Chip-Lieferanten suchen. Im Oktober stoppte das niederländische Unternehmen die Waferlieferungen nach China und begründete dies mit Nichtzahlung.

Nexperia plant nun, 300 Millionen Dollar zu investieren, um die Verpackungskapazität in Malaysia zu erhöhen und nicht-chinesische Kunden zu beliefern. Die Verpackungstochter in Dongguan hat sich in "Nexperia China" umbenannt und will die europäische Produktion durch chinesische Alternativen ersetzen, unter anderem aus Zhangs Werk WingSkySemi.

Geopolitische Dimension

Der Fall zeigt die geopolitische Brisanz der Halbleiterindustrie. Die Regierungen der USA, der Niederlande und Chinas verhängten und zogen im Jahr 2024 alle Maßnahmen bezüglich Nexperia später wieder zurück, wobei sie ihre strategischen Interessen anführten.

Eine Entscheidung der Richter wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Es geht dabei um die Frage, ob eine vollständige Untersuchung der Missmanagement-Vorwürfe angeordnet oder die früheren Maßnahmen rückgängig gemacht werden.

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