NFL und CBS verhandeln über Milliarden-Deal für Sonntagsspiele
Paramount Skydance soll für die CBS-Übertragungsrechte der NFL künftig über drei Milliarden Dollar jährlich zahlen.

Die NFL und Paramount Skydance befinden sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Verlängerung der Übertragungsrechte für die Sonntagsspiele der Liga auf CBS. Wie CNBC aus informierten Kreisen erfahren hat, liegt der Mittelwert der diskutierten Preiserhöhung bei rund 50 bis 60 Prozent. CBS zahlt derzeit etwa 2,1 Milliarden Dollar pro Jahr für sein Sonntagsnachmittags-Paket.
Eine Erhöhung um 50 Prozent würde bedeuten, dass CBS künftig mehr als 3 Milliarden Dollar jährlich überweisen müsste – also mindestens eine Milliarde Dollar mehr als bisher. Im Gegenzug würde die NFL eine Ausstiegsklausel streichen, die ihr ursprünglich das Recht gegeben hätte, den Vertrag nach der Saison 2029/30 vorzeitig zu beenden. Der neue Vertrag würde ab der kommenden Saison für acht Jahre gelten.
Die NFL hat die Verhandlungen bewusst mit CBS begonnen, da eine Kontrollwechselklausel – ausgelöst durch die Übernahme von Paramount Global durch Skydance Media – der Liga das Recht gibt, den bestehenden Vertrag bis 2027 aufzulösen. Das gibt der NFL erheblichen Verhandlungsdruck gegenüber dem Medienunternehmen.
Dominoeffekt für andere Medienpartner
Nach CBS könnte Fox als nächster Verhandlungspartner der NFL an die Reihe kommen. Fox zahlt aktuell rund 2,2 Milliarden Dollar für sein Sonntagspaket – etwas mehr als CBS. Fox-CEO Lachlan Murdoch erklärte, sein Unternehmen wolle die Partnerschaft mit der NFL fortsetzen, habe aber noch keine wesentlichen Gespräche über eine Verlängerung geführt.
Mit Amazon, NBCUniversal und Disney hat die Liga laut informierten Kreisen noch keine ernsthaften Verhandlungen aufgenommen. Besonders bei ESPN und NBC gibt es Bedenken: Führungskräfte beider Unternehmen sehen die relative Stärke ihrer Pakete – Monday Night Football und Sunday Night Football – als geschwächt an, weil die NFL Amazon zuletzt attraktivere Spiele für das Thursday Night Football überlassen hat.
ESPN zahlt bereits 2,7 Milliarden Dollar jährlich für Monday Night Football. Eine Erhöhung um 50 Prozent würde das auf über 4 Milliarden Dollar treiben – eine Summe, vor der Disney laut Insidern wahrscheinlich zurückschrecken würde.
Auswirkungen auf andere Sportrechte
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Zur AktienanalyseDie Verhandlungen haben auch Signalwirkung für andere Sportarten. Die NHL beispielsweise hat TV-Verträge mit Disney und Warner Bros. Discovery, die nach der Saison 2028 auslaufen. NHL-Commissioner Gary Bettman hat bereits Vorgespräche geführt, muss aber wohl auf den Abschluss der geplanten Fusion von Paramount und WBD warten.
Mark Lazarus, CEO von Versant – dem Eigentümer des USA Network –, erklärte, er sei auf eine Verschiebung der Sportmedienlandschaft vorbereitet. Die enormen NFL-Kosten könnten anderen Anbietern die Chance eröffnen, Rechte für Sportarten wie NHL oder MLB zu erwerben, die bislang außer Reichweite waren. Für deutsche Investoren in Medienkonzerne wie Paramount oder Disney sind diese Entwicklungen relevant, da steigende Sportrechtekosten die Profitabilität der Unternehmen erheblich belasten können.


