Nickelabbau in Raja Ampat geht trotz Protesten weiter
Greenpeace warnt: In der UNESCO-Geopark-Region Raja Ampat laufen weiterhin Bergbaulizenzen – trotz massiver Proteste vor einem Jahr.

Der Nickelabbau in der indonesischen Region Raja Ampat wird trotz massiver Proteste und internationaler Aufmerksamkeit fortgesetzt. Laut einem neuen Bericht der Umweltorganisation Greenpeace mit dem Titel „Unprotected Paradise" befinden sich derzeit drei Lizenzen für den Nickelabbau in der Region in Bearbeitung. Dies betrifft auch Gebiete, die die UNESCO zu den „wichtigsten Hotspots der marinen Biodiversität auf dem Planeten" zählt.
Raja Ampat liegt im äußersten Osten der indonesischen Provinz Papua und ist von der UNESCO als „Global Geopark" ausgewiesen. Die Region ist bekannt für ihr azurblaues Wasser und ihre einzigartige Unterwasserwelt. Vor rund 14 Monaten lösten Berichte über den dortigen Bergbau massive Proteste aus – Nutzer in sozialen Medien verbreiteten Bilder der malerischen Landschaft unter dem Hashtag #SaveRajaAmpat.
Regierung entzog vier Unternehmen die Genehmigungen
Als Reaktion auf den öffentlichen Druck entzog die indonesische Regierung damals vier Bergbauunternehmen die Betriebsgenehmigungen. Das Energieministerium setzte zudem die Aktivitäten von PT Gag Nikel, einer Tochtergesellschaft des staatlichen Bergbaukonzerns Aneka Tambang (Antam), vorübergehend aus. Doch die Pause war nicht von Dauer: Gag Nikel nahm den Betrieb bereits im September 2025 wieder auf.
Greenpeace berichtet unter Berufung auf ein Schreiben des indonesischen Umweltministeriums vom Februar 2026, dass eine Umweltprüfung Risiken wie erhöhte Sedimentbildung und die Missachtung von Grundsätzen zum Schutz der biologischen Vielfalt festgestellt habe. Dennoch werde der Betrieb fortgesetzt. Die Regierung erklärte laut lokalen Medienberichten, die Minen seien nicht geschlossen worden, sondern bis zum Vorliegen der Prüfungsergebnisse betriebsbereit geblieben.
Die drei Unternehmen, deren Lizenzen derzeit bearbeitet werden, gehörten laut Greenpeace nicht zu den vier Firmen, denen im vergangenen Jahr die Genehmigungen entzogen wurden. „In den 14 Monaten seit dieser Zeit gibt es kaum Anzeichen dafür, dass die indonesische Regierung Raja Ampat für künftige Generationen schützen wird", erklärte Greenpeace und verwies zudem auf anhaltende Spannungen mit indigenen Gemeinschaften vor Ort.
Internationale Investoren und globale Lieferketten betroffen
Das von Gag Nikel geförderte Nickel wird an den Indonesia Weda Bay Industrial Park (IWIP) geliefert, eines der größten Nickelverarbeitungszentren des Landes. Zu den Investoren des IWIP zählen die chinesische Tsingshan Holding Group sowie der französische Bergbaukonzern Eramet – womit der Konflikt auch internationale Lieferketten berührt.
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Zur AktienanalyseAntam wies die Vorwürfe teilweise zurück: Gag Nikel operiere außerhalb des Geopark-Gebiets, und die Prüfung habe keine Umweltverstöße ergeben, sondern lediglich Verbesserungen im Betrieb empfohlen. Das indonesische Umweltministerium, Gag Nikel und IWIP reagierten zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Das Bergbauministerium erklärte, es prüfe die Ergebnisse des Greenpeace-Berichts.
Indonesien ist weltweit führend in der Nickelproduktion und verfügt über die größten bekannten Nickelreserven der Welt. Das Metall ist ein zentraler Rohstoff für die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge und spielt damit eine Schlüsselrolle in der globalen Energiewende – ein Umstand, der den wirtschaftlichen Druck auf die Erschließung neuer Vorkommen erhöht und den Konflikt zwischen Umweltschutz und Rohstoffinteressen verschärft.


