Nigeria streicht Milliarden-Schulden von NNPC
Regierung ordnet finanzielle Beziehungen im Ölsektor neu

Nigerias Präsident Bola Tinubu hat die Streichung von Schulden in Höhe von insgesamt 1,42 Milliarden US-Dollar sowie weiteren 5,57 Billionen Naira genehmigt, die das staatliche Ölunternehmen NNPC Ltd. gegenüber der Bundesregierung angehäuft hatte. Die Entscheidung wurde von der Präsidentschaft in Abuja bestätigt und ist Teil der Bemühungen der Regierung, die Finanzlage des Konzerns zu bereinigen und die Transparenz im Energiesektor zu erhöhen. Nigeria steht als größter Ölproduzent Afrikas unter erheblichem fiskalischem Druck, da schwache Staatseinnahmen und eine stark wachsende Verschuldung die öffentlichen Finanzen belasten.
Die Genehmigung erfolgte im Rahmen einer Sitzung zu den föderalen Haushaltskonten im November, die in der vergangenen Woche abgeschlossen wurde. Nach Angaben der nigerianischen Aufsichtsbehörde für den Upstream-Sektor, der Nigerian Upstream Petroleum Regulatory Commission, hatte ein eingesetztes Gremium empfohlen, die gegenseitigen finanziellen Verpflichtungen zwischen Staat und NNPC umfassend abzugleichen. Auf dieser Grundlage wurde die Streichung bestimmter Verbindlichkeiten beschlossen.
Der Schuldenerlass umfasst Verpflichtungen bis zum 31. Dezember 2024. Dazu zählen unter anderem Verbindlichkeiten aus Produktionsbeteiligungsverträgen, Verpflichtungen zur inländischen Versorgung mit Rohöl, Rückzahlungsvereinbarungen, sogenannte Modified-Carry-Arrangements sowie ausstehende Lizenz- und Joint-Venture-Abgaben. Diese Posten hatten sich über Jahre angesammelt und die Bilanzen des staatlichen Energiekonzerns erheblich belastet.
Offene Forderungen aus dem Zeitraum von Januar bis Oktober 2025 sind von der Entscheidung ausdrücklich nicht betroffen und werden weiterhin von staatlicher Seite eingefordert. Zudem besteht weiterhin ein langjähriger Streit über angeblich nicht abgeführte Einnahmen in Höhe von rund 42,37 Milliarden US-Dollar aus den Jahren 2011 bis 2017. In diesem Punkt vertritt NNPC weiterhin die Position, dass sämtliche Erlöse ordnungsgemäß verbucht und an den Staat abgeführt worden seien.
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Zur AktienanalyseMit dem Schuldenschnitt verfolgt die Regierung das Ziel, die finanziellen Beziehungen zwischen dem Staat und dem Ölkonzern klarer zu strukturieren. Zugleich soll das Vertrauen von Investoren gestärkt werden, da Nigeria plant, Beteiligungen an Öl- und Gasvermögenswerten zu veräußern. Die Maßnahme gilt als weiterer Schritt, um die Abhängigkeit der Staatsfinanzen von den Einnahmen aus der Rohölproduktion besser zu steuern und langfristig stabilere fiskalische Rahmenbedingungen zu schaffen.

