Nordex-Aktie verliert 4% nach Citi-Abstufung trotz starkem Wachstum
Investmentbank sieht Bewertung als ausgereizt an, obwohl Gewinnprognosen deutlich über Marktkonsens liegen

Die Aktie des deutschen Windkraftanlagenherstellers Nordex SE (ETR: NDXG) verlor am Dienstag über 4%, nachdem die Investmentbank Citi Research das Papier von "Kaufen" auf "Neutral" herabgestuft hatte. Als Hauptgrund nannten die Analysten Bewertungsbedenken, trotz eines weiterhin positiven Ausblicks auf die Geschäftsentwicklung.
Die Herabstufung erfolgt nach einer beeindruckenden Kursrally: Im Jahr 2024 legte die Nordex-Aktie um 158% zu, seit Jahresbeginn kamen weitere 12% hinzu. Die starke Performance spiegelt die robuste Auftragslage wider – die Auftragseingänge überschritten 2024 erstmals die Marke von 10 Gigawatt.
Citi Research erwartet, dass Nordex bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2024 seine mittelfristigen Finanzziele anheben wird. Die Analysten rechnen mit einem neuen EBITDA-Margenziel von etwa 10%, nach zuvor angestrebten 8%. Zudem könnte das Unternehmen erstmals eine Dividende ankündigen – ein wichtiger Meilenstein für die Aktionäre.
Gewinnprognosen über Konsens
Die Gewinnschätzungen von Citi liegen deutlich über dem Marktkonsens. Für 2027 prognostiziert die Bank einen Gewinn je Aktie, der 26% über den durchschnittlichen Analystenschätzungen liegt. Dies unterstreicht das erhebliche Wachstumspotenzial des Unternehmens in den kommenden Jahren.
Trotz des optimistischen Gewinnausblicks sehen die Analysten die Bewertung als "etwas ausgereizt" an. Basierend auf den Citi-Prognosen wird die Nordex-Aktie derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 15 für das Jahr 2027 gehandelt. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITA liegt bei rund 8.
Auftragsfluss im Fokus
Für die weitere Kursentwicklung wird der operative Hebel entscheidend sein, so Citi. Die Fähigkeit des Unternehmens, durch höhere Volumina die Margen zu steigern, hängt direkt vom Auftragsfluss ab. Dieser rückt damit noch stärker in den Fokus der Investoren.
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Zur AktienanalyseAllerdings warnen die Analysten, dass die Messlatte nach der starken Performance der vergangenen Monate deutlich höher liegt. Um die Erwartungen bei den Auftragseingängen zu übertreffen, bedarf es nun außergewöhnlicher Zahlen. Die positive Entwicklung der vergangenen Quartale könnte es schwieriger machen, Anleger weiterhin positiv zu überraschen.
Die Nordex SE profitiert grundsätzlich vom globalen Ausbau der Windenergie und der Energiewende. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg gehört zu den führenden Herstellern von Onshore-Windkraftanlagen und ist in über 40 Märkten aktiv.

