Nordische Pensionsfonds verkaufen US-Staatsanleihen massiv
Schwedischer Pensionsfonds Alecta folgt dänischem Vorbild und trennt sich von US-Staatsanleihen im Milliardenwert. Politische Risiken und wachsende Staatsschulden treiben nordische Investoren aus amerikanischen Bonds.

Der schwedische Pensionsfonds Alecta hat den massiven Verkauf seiner US-Staatsanleihen bekannt gegeben. Investmentchef Pablo Bernengo begründete den Schritt mit erheblichen politischen Risiken in den Vereinigten Staaten. Seit Jahresbeginn 2025 habe man die Bestände in mehreren Tranchen deutlich reduziert.
Verkaufsvolumen in Milliardenhöhe
Laut schwedischer Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" beläuft sich das Verkaufsvolumen auf 70 bis 80 Milliarden schwedische Kronen – umgerechnet 7,7 bis 8,8 Milliarden US-Dollar. Bernengo nannte als Hauptgründe die "geringere Vorhersehbarkeit der verfolgten Politik" sowie die massiven Haushaltsdefizite und die wachsende Staatsverschuldung der USA.
Dänischer Fonds macht den Anfang
Alecta ist nicht allein mit dieser Entscheidung. Bereits am Dienstag hatte der dänische Pensionsfonds AkademikerPension angekündigt, sich bis Monatsende von US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Millionen Dollar zu trennen. Die Begründung: Sorgen um die amerikanischen Staatsfinanzen.
"Sell America"-Trend nimmt Fahrt auf
Die Verkäufe fallen in eine Phase erhöhter Spannungen zwischen den USA und Europa, verschärft durch Konflikte wie den Grönland-Streit. An den Märkten wird bereits vom "Sell America"-Handel gesprochen – einem Trend, bei dem sich internationale Investoren aus US-Anlagen zurückziehen.
US-Finanzminister gibt Entwarnung
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Zur AktienanalyseUS-Finanzminister Scott Bessent zeigte sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos unbeeindruckt. "Die Investitionen Dänemarks in US-Staatsanleihen sind, wie Dänemark selbst, irrelevant", kommentierte er die Entwicklung. Die ausländischen Investitionen in amerikanische Staatsanleihen lägen auf Rekordniveau. Die dänischen Abflüsse seien vernachlässigbar gering.
Marktrelevanz bleibt umstritten
Trotz Bessents Beschwichtigungen dürfte die Signalwirkung der nordischen Pensionsfonds nicht unterschätzt werden. Beide Institutionen gelten als konservative, langfristig orientierte Investoren. Ihr Rückzug aus US-Staatsanleihen könnte andere institutionelle Anleger zum Überdenken ihrer Positionen bewegen – besonders in einem Umfeld politischer Unsicherheit.


