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Nordkorea feuert ballistische Raketen ab – vierter Start im April

Pjöngjang beschleunigt seine Raketentests inmitten des Iran-Kriegs und vor möglichen Gesprächen mit den USA und Südkorea.

Nordkorea feuert ballistische Raketen ab – vierter Start im April

Nordkorea hat am Sonntag erneut ballistische Raketen ins Meer gefeuert. Es war der vierte Raketenstart in diesem Monat und bereits der siebte des laufenden Jahres. Die Raketen wurden gegen 6:10 Uhr Ortszeit aus der Nähe der Stadt Sinpo an der Ostküste Nordkoreas abgefeuert und flogen etwa 140 Kilometer weit, wie das südkoreanische Militär mitteilte.

Die japanische Regierung erklärte, die Raketen seien vermutlich in der Nähe der Ostküste der koreanischen Halbinsel niedergegangen. Ein Eindringen in die ausschließliche Wirtschaftszone Japans wurde nicht bestätigt. Das südkoreanische Präsidialamt berief daraufhin eine Dringlichkeitssitzung zur nationalen Sicherheit ein und bezeichnete die Starts als Provokation, die gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoße.

Seoul forderte Pjöngjang auf, „die provokativen Handlungen einzustellen". Es blieb zunächst unklar, um welche Art von ballistischen Raketen es sich handelte. Allerdings befinden sich in Sinpo U-Boote sowie Ausrüstung für Teststarts von U-Boot-gestützten ballistischen Raketen. Zuletzt hatte Nordkorea im Mai 2022 eine ballistische Rakete von einem U-Boot aus abgefeuert, die bis zu 600 Kilometer weit flog.

Signalwirkung vor möglichen Diplomatie-Gesprächen

Experten sehen in den intensiven Raketentests eine gezielte Botschaft Pjöngjangs. Der ehemalige südkoreanische Sicherheitsberater des Präsidenten, Kim Ki-jung, erklärte: „Die Raketenstarts könnten ein Weg sein, um zu zeigen, dass wir – im Gegensatz zum Iran – über Selbstverteidigungsfähigkeiten verfügen." Er ergänzte: „Der Norden scheint zudem präventiv Druck auszuüben und Stärke zu zeigen, bevor er in einen Dialog mit den Vereinigten Staaten und Südkorea tritt."

US-Präsident Donald Trump, der sich auf einen Gipfel in China im nächsten Monat vorbereitet, und der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung haben wiederholt ihr Interesse an Gesprächen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bekundet. Öffentlich bekannte Pläne für konkrete Treffen gibt es bislang jedoch nicht. Lee hatte dem Norden kürzlich sein Bedauern über Drohnen-Inkursionen aus dem Süden ausgedrückt und dafür seltenes Lob aus Pjöngjang erhalten.

Iran-Krieg verstärkt Nordkoreas nuklearen Kurs

Der seit sieben Wochen andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran – der unter anderem die Eindämmung des iranischen Atomprogramms zum Ziel hat – könnte die nuklearen Ambitionen Pjöngjangs weiter verstärken, so Experten und ehemalige südkoreanische Beamte. Nordkorea beobachtet die Lage im Nahen Osten genau und zieht offenbar eigene Schlüsse für seine Sicherheitsstrategie.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, warnte am Mittwoch, Nordkorea habe „sehr ernsthafte" Fortschritte bei seiner Fähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen gemacht – wahrscheinlich durch die Hinzufügung einer neuen Anlage zur Urananreicherung. Ende März hatte Machthaber Kim Jong Un erklärt, der Status Nordkoreas als Atommacht sei unumkehrbar und der Ausbau einer „nuklearen Abschreckung zur Selbstverteidigung" sei für die nationale Sicherheit unerlässlich.

Die Häufung der Raketentests – sieben allein in diesem Jahr – verdeutlicht, mit welcher Entschlossenheit Pjöngjang seine militärischen Fähigkeiten demonstriert. Für Anleger mit Engagements in der Region, insbesondere in Südkorea und Japan, bleibt die geopolitische Lage auf der koreanischen Halbinsel ein wichtiger Risikofaktor, den es im Blick zu behalten gilt.

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