Northern Star ernennt neuen CEO – Elliott fordert strategische Überprüfung
Australiens größter Goldförderer besetzt die Führungsspitze neu und erfüllt gleichzeitig seine Produktionsprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Northern Star Resources, Australiens größter Goldförderer, hat am Donnerstag die Ernennung von Suresh Vadnagra zum neuen Chief Executive Officer bekanntgegeben. Vadnagra tritt sein Amt am 5. Oktober an und kommt vom Schweizer Rohstoffkonzern Glencore, wo er das Industrie-Asset-Geschäft für Nickel und Zink leitet. Die Personalie fällt in eine Phase erhöhten Drucks durch den aktivistischen Investor Elliott Investment Management.
Elliott hatte Northern Star bereits im Juni ins Visier genommen und eine Beteiligung von über einer Milliarde australischer Dollar aufgebaut. Der Investor warf dem Unternehmen massive Underperformance vor und forderte einen Führungswechsel, um den Shareholder Value umgehend wiederherzustellen. Mit der Ernennung Vadnagras reagiert Northern Star nun auf einen zentralen Kritikpunkt des aktivistischen Investors.
Neuer CEO mit über 25 Jahren Branchenerfahrung
Suresh Vadnagra bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bergbausektor mit. Zu seinen früheren Stationen zählen der australische Goldförderer Newcrest sowie das an der Hongkonger Börse notierte Unternehmen MMG. Mit dieser Kombination aus Gold- und Basismetall-Expertise gilt Vadnagra als erfahrener Branchenkenner, der Northern Star in einer strategisch wichtigen Phase führen soll.
Neben dem CEO-Wechsel kündigte Northern Star auch eine Veränderung an der Spitze des Verwaltungsrats an. Der stellvertretende Vorsitzende Michael Ashforth wird nach der Jahreshauptversammlung im November die Nachfolge von Michael Chaney als Verwaltungsratsvorsitzender antreten. Chaney hatte bereits im Juni angekündigt, dass seine laufende Amtszeit seine letzte sein würde.
Elliott nahm die personellen Veränderungen in einer Erklärung zur Kenntnis, machte jedoch deutlich, dass der Druck auf das Unternehmen nicht nachlässt. „Die Notwendigkeit einer substanziellen Stärkung des Verwaltungsrats und einer umfassenden strategischen Überprüfung ist unvermindert gegeben. Wir freuen uns darauf, diese Themen mit der neuen Führung von Northern Star zu erörtern und den Wert zu schaffen, den die Aktionäre verdienen", so der Investor. Northern Star gab zunächst keinen unmittelbaren Kommentar zur Erklärung von Elliott ab.
Produktionsziele für das Geschäftsjahr erfüllt
Parallel zu den Personalentscheidungen veröffentlichte Northern Star vorläufige Goldverkaufszahlen für das im Juni abgelaufene Geschäftsjahr. Das Unternehmen erzielte Goldverkäufe von 1,5 Millionen Unzen und erfüllte damit die revidierte Prognose von mehr als 1,5 Millionen Unzen. Laut Daten des Brokers Ord Minnett lagen die Verkaufszahlen damit rund 2 Prozent über dem Marktkonsens.
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Zur AktienanalyseDer Broker Ord Minnett wertete die Kombination aus Produktionsüberschreitung und dem angekündigten Nachfolgeplan positiv. „Dies ist eine leicht positive Nachricht und sollte den Kurs in Kombination mit den Goldpreisbewegungen über Nacht leicht nach oben treiben", schrieb Ord Minnett in einer Mitteilung an Kunden. Die Märkte reagierten entsprechend: Die Aktien von Northern Star notierten am Donnerstag um 02:15 Uhr GMT rund 3,3 Prozent höher bei 19,42 australischen Dollar.
Für deutsche Anleger ist Northern Star als einer der weltweit bedeutendsten börsennotierten Goldproduzenten relevant, insbesondere in einem Marktumfeld, in dem der Goldpreis zuletzt stark im Fokus stand. Die Entwicklungen rund um Elliott zeigen zudem, wie aktivistische Investoren auch außerhalb der USA und Europas zunehmend Einfluss auf die Unternehmensführung großer Rohstoffkonzerne nehmen.

