Northvolt streicht weltweit 1600 Arbeitsplätze
Der schwedische Batteriehersteller kämpft mit Produktionsproblemen und sinkender Nachfrage

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt hat angekündigt, weltweit 1600 Arbeitsplätze abzubauen. Dies entspricht etwa 20 Prozent der globalen Belegschaft des Unternehmens. Betroffen sind insbesondere die Standorte in Skelleftea, Västerås und Stockholm. In Skelleftea, wo sich die größte Produktionsstätte befindet, sollen 1000 Stellen gestrichen werden. In Västerås sind es 400, während in der Hauptstadt Stockholm 200 Arbeitsplätze wegfallen. Der geplante Ausbau der Anlage Northvolt Ett in Skelleftea, die derzeit eine Kapazität von 16 Gigawattstunden hat, wird vorerst auf Eis gelegt.
Die Entscheidung, die Produktionskapazitäten nicht weiter auszubauen, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Northvolt mit mehreren Herausforderungen konfrontiert ist. So sieht sich das Unternehmen mit einer sinkenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und einer zunehmenden Konkurrenz aus China konfrontiert. Laut der Internationalen Energieagentur haben chinesische Batteriehersteller einen Marktanteil von 85 Prozent, was den Druck auf europäische Anbieter wie Northvolt verstärkt. Zu diesen Schwierigkeiten kommt der Verlust eines Großauftrags durch BMW, der im Juni 2024 zurückgezogen wurde, nachdem es offenbar zu Qualitätsproblemen gekommen war. Auch der Volkswagen-Tochter Scania, die ebenfalls zu den Kunden von Northvolt zählt, wurde der Lieferprozess als zu langsam kritisiert.
Peter Carlsson, Mitgründer und CEO von Northvolt, betonte in einer Stellungnahme, dass das Unternehmen entschlossen sei, die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Carlsson, der zuvor als Manager bei Tesla tätig war, betonte, dass Northvolt seine gesamte Energie und Investitionen auf das Kerngeschäft konzentrieren müsse. Ziel bleibe es, umweltfreundliche Batterien in einer schnelleren und effizienteren Produktion herzustellen, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und den Umsatz zu steigern.
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Zur AktienanalyseDie Entlassungen und die Verzögerungen beim Ausbau betreffen jedoch nicht alle Standorte. Das Werk im schleswig-holsteinischen Heide bleibt von den Kürzungen verschont. Der Bau der dortigen Fabrik, der im Frühjahr 2024 unter Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz und Vizekanzler Robert Habeck begonnen wurde, wird fortgesetzt. Die Kosten für die neue Produktionsanlage in Heide belaufen sich auf rund 4,5 Milliarden Euro. Dabei wird das Projekt von der Bundesregierung und dem Land Schleswig-Holstein mit insgesamt 900 Millionen Euro subventioniert.

