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Norwegen plant neue Öl- und Gaslizenzen

Parlament ebnet Weg für Bohrungen in bislang unerschlossenen Fördergebieten ab 2026

Norwegen plant neue Öl- und Gaslizenzen

Das norwegische Parlament hat die Minderheitsregierung der Arbeiterpartei dazu verpflichtet, eine neue Lizenzierungsrunde für Öl- und Gaserkundung in bislang unerschlossenen Gebieten einzuleiten. Damit wird ein politischer Kurswechsel eingeleitet, der zu einer Ausweitung der Bohraktivitäten führen könnte. Der Antrag wurde ursprünglich von der konservativen Oppositionspartei eingebracht und erhielt nach Zustimmung der Zentrumspartei eine Mehrheit. Die Zentrumspartei hatte die Regierung im Januar verlassen.

Ursprünglich war vorgesehen, die neue Lizenzierungsrunde in der ersten Jahreshälfte zu starten. Auf Drängen der Zentrumspartei wurde dieser Zeitplan jedoch geändert, sodass der Beginn auf das kommende Jahr verschoben wurde. Die aktuelle Regierung könnte allerdings bereits in diesem Jahr mit den Vorbereitungen für den Start der Lizenzvergabe beginnen.

Noch im Jahr 2022 hatten die damaligen Regierungspartner – die Arbeiterpartei und die Zentrumspartei – vereinbart, die Lizenzvergabe für neue Explorationsgebiete bis Ende 2024 auszusetzen. Im Gegenzug hatte die oppositionelle Sozialistische Linkspartei ihre Unterstützung für den Haushaltsplan zugesichert. Während Norwegen seither keine neuen Offshore-Gebiete in Grenzregionen wie dem östlichen Teil der Barentssee freigegeben hat, wurden weiterhin jährlich Lizenzrunden in bereits erschlossenen Regionen durchgeführt.

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 ist Norwegen zum größten Erdgaslieferanten Europas aufgestiegen und deckt etwa 30 Prozent der Gasimporte der Europäischen Union. Im vergangenen Jahr erreichten die norwegischen Gasexporte einen Rekordwert. Experten gehen davon aus, dass die Exportmengen auch in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau bleiben werden. Ab dem Jahr 2030 wird jedoch ein deutlicher Rückgang der Förderung erwartet. Neue Funde könnten diesen Rückgang verlangsamen.

Die konservative Oppositionspartei betonte, dass Norwegen mehr Explorationsaktivitäten benötige, um langfristig ein stabiler Energielieferant für Europa zu bleiben. In ihrem Antrag heißt es, dass Norwegen weiterhin einen Beitrag zur Unabhängigkeit der Europäischen Union von russischem Gas leisten solle.

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