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Norwegen verbietet Kreuzfahrtschiffe mit Dieselantrieb in Fjorden

Ab 2026 sollen emissionsfreie Antriebe den Geirangerfjord befahren, um Natur zu schützen und Emissionen zu senken

Norwegen verbietet Kreuzfahrtschiffe mit Dieselantrieb in Fjorden

Norwegen, bekannt für seine majestätischen Berge, wilden Wasserfälle und tiefblauen Fjorde, hat eine bedeutende Entscheidung getroffen, die den Tourismus in der Region grundlegend verändern könnte. Ab 2026 plant die norwegische Regierung, keine dieselbetriebenen Kreuzfahrtschiffe mehr in den berühmten Geirangerfjord einfahren zu lassen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Klima- und Umweltschutz zu stärken, stößt jedoch in der Tourismusbranche auf gemischte Reaktionen.

Der Geirangerfjord, ein Hotspot für Kreuzfahrtschifftourismus, zieht jährlich rund 400.000 Kreuzfahrttouristen an. Frank-Ole Bonsaken, Hafenkapitän in Geiranger, betont die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region. Die Kreuzfahrtschiffe und ihre Passagiere sind eine wesentliche Lebensgrundlage für viele Einheimische, die in der Landwirtschaft kaum noch ein Auskommen finden.

Die norwegische Regierung sieht jedoch dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich der Umweltbelastung durch die Schiffe. Außenminister Espen Barth Eide erklärt, dass Kreuzfahrtschiffe weltweit für die höchsten Emissionen pro Passagier und zurückgelegter Strecke verantwortlich sind und die Fjorde verunreinigen. Die Regierung strebt deshalb an, dass in den Fjorden künftig keine Emissionen mehr entstehen dürfen.

Einige Schiffe, wie die "MSC Euribia", haben bereits auf Flüssigerdgas (LNG) umgestellt, was deutlich weniger Abgase als herkömmlicher Schiffsdiesel verursacht. LNG wird von der norwegischen Regierung jedoch als unzureichend angesehen, da es den CO2-Ausstoß nur um 20 bis 25 Prozent verringert.

Die Umstellung auf umweltfreundlichere Antriebsarten, wie Elektroantrieb, stellt die Branche vor große Herausforderungen. Aktuell können Elektroschiffe aufgrund begrenzter Akkuleistung nur für begrenzte Zeit emissionsfrei fahren und müssen auf LNG-Flüssiggas zurückgreifen. Die vollständige Umstellung auf emissionsfreie Technologien ist technisch noch nicht vollständig ausgereift und mit hohen Investitionskosten verbunden.

Für die Bewohner des Geirangerfjords und die Tourismusbranche birgt die Entscheidung der Regierung Unsicherheiten und Ängste um die eigene Lebensgrundlage. Hafenkapitän Bonsaksen und andere Einheimische hoffen auf eine Übergangszeit, um sich auf die neuen Bedingungen einzustellen.

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