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Norwegischer Staatsfonds lehnt SEC-Pläne zur Abschaffung der Klimaberichterstattung ab

Der weltgrößte Staatsfonds positioniert sich klar gegen die US-Klimapolitik unter Präsident Trump.

Norwegischer Staatsfonds lehnt SEC-Pläne zur Abschaffung der Klimaberichterstattung ab

Der norwegische Staatsfonds Norges Bank Investment Management (NBIM) hat sich am Freitag öffentlich gegen Pläne der US-Börsenaufsicht SEC gestellt, Vorschriften zur klimabezogenen Offenlegungspflicht für Unternehmen vollständig abzuschaffen. Der Fonds, der größte seiner Art weltweit, empfiehlt der SEC ausdrücklich, die geplante Aufhebung nicht durchzuführen. Dies ist ein bemerkenswertes Signal aus Europa an die US-Regulierungsbehörde.

Die SEC hatte Ende Mai vorgeschlagen, die entsprechenden Vorschriften zu streichen. Diese waren ursprünglich unter dem ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden im Jahr 2024 verabschiedet worden, jedoch aufgrund massiven rechtlichen Widerstands von Industrielobbys und konservativ geprägten Bundesstaaten bis heute nicht in Kraft getreten. Der Vorstoß der SEC ist Teil einer umfassenden Rückführung der Klimapolitik, seit Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr erneut ins Weiße Haus eingezogen ist.

Milliardenfonds verteidigt Klimadaten als Anlagegrundlage

NBIM begründet seine Ablehnung mit handfesten wirtschaftlichen Argumenten. „Wir sind auf die narrativen Offenlegungen der Unternehmen angewiesen, um den Jahresabschlüssen einen analytischen Kontext hinzuzufügen, der unsere Anlageentscheidungen, die Stimmabgabe der Aktionäre und unsere Risikomanagementprozesse beeinflusst", erklärte der Fonds in einer offiziellen Stellungnahme. Klimadaten sind für den Fonds demnach kein politisches Statement, sondern ein zentrales Instrument des Risikomanagements.

Der Fonds schlägt zudem einen Kompromissweg vor, anstatt die Abschaffung einfach hinzunehmen. „Es gibt Alternativen zu einer vollständigen Aufhebung, die den Bedenken der Kommission hinsichtlich Umfang und Kosten Rechnung tragen würden, während gleichzeitig eine Basis für finanziell wesentliche Offenlegungen erhalten bliebe", heißt es in der Erklärung. NBIM signalisiert damit Gesprächsbereitschaft, zieht aber eine klare rote Linie bei der vollständigen Abschaffung der Transparenzpflichten.

Das Gewicht dieser Stellungnahme ist kaum zu überschätzen: Ende 2025 verwaltete NBIM ein Vermögen von über zwei Billionen US-Dollar. Davon waren 53 Prozent der gesamten Anlagen in den USA investiert. Der Fonds ist damit einer der bedeutendsten institutionellen Investoren auf dem amerikanischen Kapitalmarkt und hat ein direktes finanzielles Interesse an der Qualität der Unternehmensberichterstattung in den USA.

Schwedischer Pensionsfonds schließt sich der Kritik an

NBIM steht mit seiner Haltung nicht allein. Bereits am Dienstag hatte der schwedische staatliche Pensionsfonds AP7 erklärt, den SEC-Vorschlag zur Abschaffung der Klimaregeln ebenfalls abzulehnen. Damit formiert sich unter den großen europäischen Staatsfonds eine gemeinsame Front gegen die US-amerikanische Deregulierungspolitik im Klimabereich.

Die SEC hat vor einer endgültigen Entscheidung um Stellungnahmen zu der vorgeschlagenen Aufhebung gebeten. Der Widerspruch des weltgrößten Staatsfonds dürfte dabei ein gewichtiges Argument in der laufenden Debatte darstellen. Für deutsche und europäische Anleger zeigt der Vorgang, wie stark die transatlantischen Differenzen in der Klimafinanzpolitik inzwischen geworden sind – und welche Rolle institutionelle Investoren als Gegengewicht zur Deregulierung spielen können.

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