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Novo Nordisk senkt Preise für Abnehmpräparate

Vereinbarung mit US-Regierung bringt kurzfristige Belastung, langfristig aber Chancen durch steigende Nachfrage

Novo Nordisk senkt Preise für Abnehmpräparate

Die Aktien des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk gaben am Freitag um bis zu drei Prozent nach, nachdem das Unternehmen gemeinsam mit dem US-Pharmariesen Eli Lilly eine Vereinbarung mit der US-Regierung über Preissenkungen seiner GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion getroffen hatte. Die Übereinkunft, die am Donnerstagabend bekannt gegeben wurde, betrifft die Mittel Wegovy von Novo Nordisk und Zepbound von Eli Lilly. Sie sieht vor, dass die monatlichen Kosten für staatliche US-Programme wie Medicare und Medicaid sowie für Selbstzahler künftig zwischen 149 und 350 US-Dollar liegen werden – bislang kosteten die Behandlungen zwischen 500 und 1.000 US-Dollar.

Im Gegenzug wurde den Unternehmen eine dreijährige Befreiung von bestehenden Zöllen zugesichert. Analysten gehen davon aus, dass die Preissenkungen kurzfristig zu geringeren Umsätzen führen dürften, langfristig jedoch die Verkaufsvolumina steigen könnten. Laut Einschätzung von TD Cowen stellen die niedrigeren Preise zunächst eine Belastung dar, könnten aber mittelfristig zu einer breiteren Marktdurchdringung führen. Am Freitagvormittag notierte die Aktie von Novo Nordisk 1,8 Prozent im Minus.

Der Schritt erfolgt in einem zunehmend umkämpften Markt für Abnehmpräparate. Während Novo Nordisk mit Wegovy 2021 als erstes Unternehmen auf den Markt kam und zeitweise zur wertvollsten börsennotierten Firma Europas aufstieg, hat sich der Wettbewerb in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Besonders Eli Lillys Zepbound sowie Nachahmerpräparate haben Marktanteile gewonnen. Zudem leidet Novo Nordisk weiterhin unter Produktionsengpässen und logistischen Herausforderungen, die die Lieferfähigkeit einschränken.

Das Unternehmen erklärte, dass die Preissenkungen im kommenden Jahr nur einen „niedrigen einstelligen Prozentbereich“ des weltweiten Umsatzwachstums beeinträchtigen dürften. Zugleich rechnet der Konzern mit einem steigenden Absatzvolumen im Rahmen der US-Medicare-Programme in den kommenden Jahren. Die Vereinbarung beinhaltet auch Startdosierungen für neu entwickelte, orale Gewichtsreduktionsmittel beider Firmen. Diese sollen über Regierungsprogramme und die Plattform TrumpRx für 149 US-Dollar pro Monat angeboten werden, sobald die Zulassungsbehörden ihre Genehmigung erteilen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA bestätigte, dass sich das Prüfverfahren für die neuen Präparate in einem beschleunigten Verfahren befindet. Novo Nordisk rechnet mit einer Entscheidung über sein Präparat noch vor Jahresende, während Eli Lilly seine Version, den Wirkstoff Orforglipron, bislang noch nicht eingereicht hat. Analysten von Jefferies wiesen darauf hin, dass das beschleunigte Verfahren Novo Nordisk zunächst unter Druck setzen könnte, da es den zeitlichen Vorsprung gegenüber dem Konkurrenten verringert.

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