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Novo Nordisk stoppt Humaninsuline in Deutschland

Millionen Diabetiker betroffen – Abnehmmittel im Fokus des Pharmakonzerns

Novo Nordisk stoppt Humaninsuline in Deutschland

Der Pharmakonzern Novo Nordisk hat beschlossen, den Verkauf von Humaninsulinen in Deutschland schrittweise einzustellen und sich stattdessen auf die Abnehmmittel Ozempic und Wegovy zu konzentrieren, mit denen das Unternehmen milliardenschwere Umsätze erzielt. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen, da Millionen Diabetiker weltweit, darunter auch zahlreiche in Deutschland, auf Humaninsuline angewiesen sind. Bereits vor Wochen wurden Regierungen und Behörden über diese Maßnahme informiert, und vergangene Woche erhielten Ärzte in Deutschland entsprechende Mitteilungen. Novo Nordisk ist nicht das erste Unternehmen, das diesen Schritt geht; auch der französische Pharmakonzern Sanofi hat den Verkauf von Humaninsulinen größtenteils eingestellt.

Insuline sind lebenswichtig, insbesondere für Patienten mit Typ-1-Diabetes, deren Körper aufgrund einer Autoimmunerkrankung kein Insulin mehr produziert. Auch viele Typ-2-Diabetiker benötigen in späteren Phasen der Krankheit Insulin. In Deutschland sind etwa 372.000 Menschen von Typ-1-Diabetes betroffen, während 8,7 Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes leiden. Novo Nordisk selbst betont, dass die Einstellung der Produktion eine Herausforderung für die betroffenen Patienten darstellen wird, sieht jedoch auch Vorteile in der Konsolidierung des Insulinportfolios, die zu einer effizienteren Produktion führen soll.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerte sich besorgt über die weltweite Entwicklung in der Insulinproduktion und befürchtet negative Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Humaninsulin. Andreas Klinge, Diabetologe und Vorstandsmitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, warnt, dass das Ende der Humaninsuline in Deutschland eingeläutet wird. Auch Andreas Fritsche, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft, kritisiert den Schritt von Novo Nordisk und sieht darin einen Vertrauensverlust. Er betont, dass Patienten nur aus medizinischen Gründen auf andere Insuline umgestellt werden sollten.

Mit dem Rückzug von Novo Nordisk verbleibt nur noch das US-Unternehmen Eli Lilly als großer Anbieter von Humaninsulinen. Es ist jedoch fraglich, ob Eli Lilly den Ausfall der Produktion in Deutschland allein kompensieren kann. Die Einstellung der Humaninsuline durch Sanofi und Novo Nordisk wirft auch Fragen nach der Preispolitik auf, da Insulinanaloga teurer sind als Humaninsuline und in vielen Ländern ohne Rabatte verkauft werden.

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