Novo Nordisk wehrt sich gegen Ozempic-Export
Rechtsstreit um russische Lizenz und internationale Vermarktung spitzt sich zu

Das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk unternimmt weitere rechtliche Schritte, um den Export einer russischen Nachahmerversion seines Diabetes- und Abnehmmittels Ozempic zu verhindern. Hintergrund ist ein laufender Streit mit dem russischen Arzneimittelhersteller Geropharm, der in Russland eine staatliche Lizenz zur Produktion eines Ozempic-ähnlichen Präparats erhalten hat. Nach Informationen aus Gerichtsunterlagen und Berichten von Bloomberg News versucht Novo Nordisk nun, eine Ausweitung dieser Lizenz auf den Export juristisch zu unterbinden.
Geropharm hatte seit dem Jahr 2023 begonnen, seine Nachahmerversion von Ozempic nicht nur auf dem russischen Markt anzubieten, sondern auch in mehreren ausländischen Märkten einzuführen. Grundlage dafür war eine zunächst weit gefasste Zwangslizenz, die von russischen Gerichten erteilt worden war. Diese Lizenz erlaubte dem Unternehmen, bestimmte Patente von Novo Nordisk zu nutzen, um die Versorgung mit wichtigen Medikamenten sicherzustellen. In der ursprünglichen Auslegung schloss die Lizenz auch den Export der Produkte ein.
Im Mai 2025 kam es jedoch zu einer Neubewertung durch das russische Gericht für geistiges Eigentum. Dieses schränkte die Lizenz deutlich ein und reduzierte sie auf zwei konkrete Patente. Zudem stellte das Gericht klar, dass ein Export der nachgeahmten Medikamente nur mit ausdrücklicher Zustimmung der russischen Regierung zulässig sei. Damit wurde die rechtliche Grundlage für die internationale Vermarktung der Geropharm-Produkte erheblich eingeschränkt.
Novo Nordisk reagierte auf diese Entscheidung mit einem weiteren formellen Schritt. Das Unternehmen beantragte bei der russischen Patentbehörde Rospatent eine offizielle Feststellung, dass die erteilte Lizenz keinen Export der Nachahmerprodukte umfasst. Ziel dieses Antrags ist es, Rechtssicherheit zu schaffen und mögliche Auslegungsfragen im Zusammenhang mit der Lizenz eindeutig zu klären. Aus Sicht des dänischen Konzerns soll damit verhindert werden, dass russische Kopien von Ozempic außerhalb des Landes vertrieben werden.
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Zur AktienanalyseDer Fall verdeutlicht die zunehmenden Spannungen im internationalen Patentrecht, insbesondere im Pharmasektor. Vor allem in Russland sind seit den vergangenen Jahren verstärkt Zwangslizenzen erteilt worden, um die Versorgung mit wichtigen Medikamenten sicherzustellen. Für global agierende Pharmaunternehmen wie Novo Nordisk ergeben sich daraus neue rechtliche und wirtschaftliche Herausforderungen, da der Schutz geistigen Eigentums zunehmend von nationalen Sonderregelungen beeinflusst wird.


