Nürnberger Versicherung unter neuer Führung
Harald Rosenberger setzt auf Prävention und transformiert die Unternehmenskultur für eine erfolgreiche Zukunft

Nürnberger Versicherung unter neuer Führung: Harald Rosenberger hat im April 2023 den Vorstandsvorsitz des Unternehmens übernommen und setzt auf eine umfassende strategische Neuausrichtung. Sein erklärtes Ziel ist es, die Nürnberger Versicherung zu einem bedeutenden Präventionsversicherer zu machen, der sich den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit stellt. Dabei betont Rosenberger die Notwendigkeit, sich angesichts hoher Inflation, demografischer Veränderungen und des fortschreitenden Klimawandels anpassungsfähig zu zeigen.
Die Entscheidung, verstärkt auf Prävention zu setzen, hat auch mit den finanziellen Belastungen zu tun, denen das Unternehmen ausgesetzt war, insbesondere aufgrund von Naturkatastrophen wie den Hagelunwettern in Bayern. Die Prognose für das Konzernergebnis im Jahr 2023 musste daher von ursprünglich 60 Millionen Euro auf 45 Millionen Euro reduziert werden. Dennoch bleibt das langfristige Ziel, in drei bis vier Jahren 100 Millionen Euro zu verdienen, bestehen.
Rosenberger ist überzeugt, dass die neue Strategie dieses Ziel erreichen kann und identifiziert drei Schlüsselbereiche, um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Zunächst steht die Reduzierung der Unternehmenskomplexität im Fokus. Gemeinsam mit den Mitarbeitern sollen Bereiche identifiziert werden, die künftig nicht mehr im Fokus stehen sollen. Das Unternehmen plant, sich nicht als Vollsortimenter wie die Allianz zu positionieren, sondern sich auf Kernkompetenzen zu konzentrieren und fehlende Produkte durch Kooperationen anzubieten.
In der Lebensversicherung wird der Schwerpunkt auf Einkommensschutzprodukte wie Berufsunfähigkeitspolicen gelegt, während in der Altersvorsorge fondsgebundene Produkte im Mittelpunkt stehen. Einige andere Tarife, wie Lebensversicherungen mit Garantiezins, werden eingestellt. Diese Neuausrichtung der Produktlinie soll dazu beitragen, die Kosten signifikant zu senken.
Um das Ziel des Konzerngewinns zu erreichen, plant Rosenberger auch Einsparungen bei den Personalkosten. Die bevorstehenden Ruhestände älterer Mitarbeiter kommen dem Unternehmen hierbei entgegen. Die Digitalisierung wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise bei der Entwicklung von KI-Anwendungen zur Überprüfung von Leistungsansprüchen.
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Zur AktienanalyseDas Geschäftsmodell der Nürnberger wird verstärkt auf Prävention ausgerichtet, insbesondere in der Sachversicherung. Angesichts zunehmender Naturkatastrophen und hoher Inflation werden Prämienerhöhungen in der Kfz- und Wohngebäudeversicherung unvermeidlich sein. Die Nürnberger will diesem Trend entgegenwirken, indem sie verstärkt mit Selbstbehalten arbeitet, um Versicherer und Versicherte auf die gleichen Interessen zu fokussieren: Schäden möglichst gering zu halten.
Zusätzlich zu den strategischen Veränderungen zielt Rosenberger auch darauf ab, die Unternehmenskultur zu verbessern. Er fordert eine verantwortungsbewusstere Herangehensweise an Prozesse und betont, dass Veränderungen im Denken und Handeln notwendig sind. Die Umsetzung dieser neuen Unternehmenskultur beginnt im Vorstand, wo jedes Mitglied nun für den gesamten Konzern und nicht nur für sein Ressort Verantwortung trägt. Diese Denkweise soll sich auf alle Mitarbeiter ausdehnen, die ermutigt werden, Prozesse von Anfang bis Ende zu durchdenken und sich dafür verantwortlich zu fühlen.


