Nvidia-Aktie: Citi nennt zentrale Anlegerfragen nach IR-Gespräch
Nach Gesprächen mit Nvidias Investor-Relations-Team beleuchtet die Citi die wichtigsten Fragen rund um Roadmap, Nachfrage und Rentabilität.

NVIDIA hat Investoren in einem aktuellen Update versichert, dass die Roadmap für die KI-Infrastruktur weiterhin im Zeitplan liegt. Die Nachfrage bleibe über alle Kundensegmente hinweg stark, und künftige Generationen der Rechenzentrumsprodukte würden erhebliche Fortschritte bei der Energieeffizienz bieten. Das Update kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Anleger den Chiphersteller besonders genau beobachten.
Investoren achten derzeit vor allem darauf, ob sich die massiv steigenden KI-Ausgaben der großen Hyperscale-Cloud-Anbieter auf Unternehmen, staatliche Kunden und KI-Startups ausweiten. Gleichzeitig stehen mögliche Störungen der Produkt-Roadmap, der Lieferkette oder der Rentabilität angesichts des intensiveren Wettbewerbs im Fokus. Diese Fragen bildeten den Kern der Gespräche zwischen Nvidia und dem Investor-Relations-Team der Citigroup.
Citi stuft Nvidia als Top-Mega-Cap-Halbleiterwert ein
Nach den Gesprächen mit Nvidias IR-Team erklärte die Citi, dass sie den Chiphersteller weiterhin als ihren am besten bewerteten Mega-Cap-Halbleiterwert im Bereich Rechenzentren einstuft. Als zentralen Grund nannte die Bank den guten Zugang des Unternehmens zu den knappen DRAM-Speicherkapazitäten. Diese Ressource gilt in der Halbleiterbranche derzeit als kritischer Engpassfaktor.
Nvidia bestätigte gegenüber der Citi, dass die Rubin-Ultra-Roadmap vollständig intakt sei und sich die auf der Computex vorgestellte NVLink-Domain-Architektur nicht verändert habe. Zudem seien Co-Packaged Optics (CPO) für Scale-out-Netzwerke mit Spectrum-X bereits in Produktion, und die Kundenakzeptanz sei hoch. Ab der Feynman-Plattform im Kalenderjahr 2028 werden Kunden zwischen NVLink-Implementierungen mit CPO oder Kupferverbindungen wählen können.
Nachfrage wächst über Hyperscaler hinaus
Während Hyperscaler wie Amazon, Microsoft und Google anfangs den Großteil der KI-Infrastruktur-Implementierungen vorantrieben, haben laut Nvidia in den letzten zwei Jahren KI-Labore, staatliche Kunden und On-Premise-Installationen in Unternehmen deutlich an Dynamik gewonnen. Es wird erwartet, dass diese Segmente einen größeren Marktanteil einnehmen werden, wenn sich die Einführung physischer KI beschleunigt. Nvidia lehnte es ab, die Cloud-Expansionspläne von Meta Platforms zu kommentieren, betonte jedoch, dass die allgemeine KI-Nachfrage sehr stark bleibe.
Nvidia erläuterte zudem seine Positionierung im KI-Modell-Ökosystem: Sowohl Open-Source- als auch proprietäre KI-Modelle spielten wichtige Rollen. Frontier-Modelle würden die Leistung weiter vorantreiben, während offene Modelle Unternehmen und Regierungen dabei helfen, KI in großem Maßstab einzusetzen. Die hauseigenen Modelle Nemotron und Cosmos sollen die Einführung in Unternehmen und im staatlichen Sektor unterstützen – nicht mit führenden Frontier-Modell-Entwicklern konkurrieren.
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Zur AktienanalyseEnergieeffizienz und Finanzziele im Fokus
Das Management präzisierte zudem die jüngsten Äußerungen von CEO Jensen Huang, wonach Rechenleistung im Wert von 100 Milliarden US-Dollar letztlich nur ein Gigawatt Strom benötigen könnte. Diese Zahl spiegele die erwarteten Verbesserungen der Energieeffizienz wider und nicht die Infrastrukturkosten. Nvidia schätzt, dass aktuelle Systeme etwa 30 bis 40 Milliarden US-Dollar an Rechenleistungsumsatz pro Gigawatt generieren, während neuere GPU-Generationen wie Blackwell deutlich energieeffizienter als die Vorgängergeneration Hopper sind.
Auf der finanziellen Seite bekräftigte Nvidia sein Ziel, in diesem Jahr 50 Prozent des Cashflows an die Aktionäre auszuschütten. Aktienrückkäufe könnten im Laufe der Zeit steigen. Das Unternehmen hält an seiner Prognose für eine Bruttomarge im mittleren Bereich von 70 Prozent fest und erklärte, dass die jüngste Anleiheemission in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar für eine größere finanzielle Flexibilität sorgen solle. Bezüglich des KI-Chip-Startups d-Matrix stellte Nvidia klar, dass keine offizielle Zusammenarbeit angekündigt worden sei, man jedoch offen dafür bleibe, Technologien von Drittanbietern in die eigene Plattform zu integrieren.


