Nvidia-Chef warnt: KI-Chipnachfrage übersteigt weiterhin das Angebot
Jensen Huang bekräftigt in Taipeh robustes Wachstum, doch Lieferengpässe bei Nvidia-Chips bleiben ein zentrales Problem.

Nvidia-CEO Jensen Huang hat auf einer Konferenz in Taipeh bekräftigt, dass sein Unternehmen über ausreichende Kapazitäten für ein „sehr, sehr robustes Wachstum" im KI-Boom verfüge. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Nachfrage das Angebot weiterhin übersteige. Vor Chipherstellern und Computerhardware-Produzenten sprach Huang offen über anhaltende Lieferengpässe, die das Unternehmen beschäftigen.
Die Aussagen des Nvidia-Chefs erfolgten einen Tag, nachdem das 5-Billionen-Dollar-Unternehmen einen neuen Chip vorgestellt hatte, der direkt mit den Produkten von Advanced Micro Devices und Intel konkurrieren soll. Nvidia gilt in der Branche weithin als Barometer für den Zustand des gesamten KI-Marktes, da seine Chips weltweit in Rechenzentren zum Einsatz kommen. Die Botschaft aus Taipeh hätte unter normalen Umständen eine klare Kaufsignal-Wirkung für asiatische Zulieferer gehabt.
Asiatische Märkte unter Druck
Doch die Märkte in Asien reagierten verhalten. Geopolitische Sorgen rund um den Fortbestand des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran belasteten die Stimmung der Anleger spürbar. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans notierte 0,1 Prozent im Minus, während S&P-500-E-Mini-Futures um 0,4 Prozent nachgaben.
Besonders volatil zeigten sich koreanische Aktien: Sie fielen um bis zu 3,3 Prozent, nachdem sie zu Handelsbeginn noch um 1,7 Prozent zugelegt und ein neues Intraday-Rekordhoch erreicht hatten. Titel aus Hongkong und China stabilisierten hingegen den breiteren regionalen Leitindex. Im frühen europäischen Handel stiegen die überregionalen Futures um 0,4 Prozent, deutsche DAX-Futures legten um 0,3 Prozent zu, und FTSE-Futures rückten um 0,1 Prozent vor.
Ölpreise geben nach – Geopolitik bleibt Thema
An den Ölmärkten kühlte sich die Lage etwas ab. Die Sorte Brent verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 94,30 US-Dollar und gab damit einen Teil der jüngsten Gewinne wieder ab. Hintergrund war die Drohung des Iran, die Gespräche mit den Vereinigten Staaten abzubrechen. Der Libanon hatte zu Wochenbeginn einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel angekündigt, was den Konflikt potenziell deeskalieren könnte. Allerdings meldete das israelische Militär, am Dienstag zwei aus dem Libanon abgefeuerte Geschosse abgefangen zu haben.
Prominenter Leerverkäufer schuldig gesprochen
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAbseits der Marktentwicklungen sorgte ein Urteil in den USA für Aufsehen: Eine US-Jury befand den bekannten Investor Andrew Left am Montag des Wertpapierbetrugs für schuldig, wie das US-Justizministerium mitteilte. Left gilt als prominente Figur unter den sogenannten Short-Sellern – Leerverkäufern, die seit Jahren börsennotierte Unternehmen in den USA und im Ausland mit Vorwürfen von Betrug und Missmanagement unter Druck setzen. Das Strafmaß soll am 31. August verkündet werden.
Für den weiteren Handelstag stehen unter anderem Quartalsergebnisse von Palo Alto Networks und Dollar General im Fokus. Aus Europa werden zudem Daten zu britischen Konsumkrediten, Hypothekenkrediten und der Geldmenge sowie der französische Haushaltsaldo für April erwartet. Deutschland und Frankreich planen außerdem Staatsanleihe-Auktionen mit verschiedenen Laufzeiten.


