Nvidia-Quartalszahlen im August: Diese zwei Faktoren sind entscheidend
Vor der Hauptversammlung am 26. August rücken Blackwell, Vera Rubin und der wachsende Wettbewerb bei KI-Chips in den Fokus.

Nvidia ist nicht nur die wohl populärste KI-Aktie der Welt – das Unternehmen gilt aktuell auch als das wertvollste Unternehmen des gesamten Planeten. Später im August wird Nvidia nach Börsenschluss seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Anleger weltweit schauen gespannt auf diesen Termin, denn der KI-Boom steht nach Einschätzung vieler Experten noch ganz am Anfang.
Eine Studie der Stanford University zeigt, dass heutige KI-Modelle bei wissenschaftlichen Fragen auf Doktorandenniveau, multimodalem Denken und Wettbewerbsmathematik bereits menschliche Vergleichswerte erreichen oder übertreffen. Gleichzeitig verdeutlicht ein kurioses Beispiel die Grenzen der Technologie: Ein Modell gewann zwar kürzlich eine Goldmedaille bei einem internationalen Mathematikwettbewerb, war aber nur in 50,1 Prozent der Fälle in der Lage, Analoguhren korrekt abzulesen. Die KI-Entwicklung befindet sich also sowohl bei den Fähigkeiten als auch bei der Marktdurchdringung noch in einem sehr frühen Stadium.
Das Marktpotenzial ist dennoch enorm. McKinsey & Company prognostiziert, dass allein bis 2030 weltweit mehr als 5 Billionen US-Dollar für den Aufbau zusätzlicher Rechenzentrumsinfrastruktur ausgegeben werden. Bis 2040 sollen sogar 19 Billionen US-Dollar investiert werden, um die KI-Revolution voranzutreiben. Als weltweit größter Hersteller von KI-Chips steht Nvidia im Zentrum dieser Entwicklung.
Blackwell und Vera Rubin: Stand der Chip-Architekturen
Ein zentrales Thema beim kommenden Quartalsbericht wird der Status von Nvidias neuesten Chip-Architekturen sein. Die Blackwell-Architektur wurde Anfang 2024 offiziell angekündigt, die Auslieferungen begannen noch im selben Jahr. Die Chips waren schnell ausverkauft – zeitweise deuteten Berichte auf einen Auftragsrückstau hin, der 12 Monate oder länger andauern könnte. Die anfängliche Verkaufsdynamik von Blackwell räumte alle Zweifel an der Marktdominanz von Nvidias Grafikprozessoren (GPUs) aus dem Weg.
Die Vera-Rubin-Architektur wurde ebenfalls 2024 angeteasert, der Verkauf startete jedoch erst Anfang dieses Jahres. Obwohl Berichte zunächst auf Produktionsprobleme hindeuteten, bestätigte Nvidia-CEO Jensen Huang kürzlich, dass „Vera Rubin bereits in Produktion ist" und „riesige Produktionsmengen bevorstehen". Der kommende Quartalsbericht dürfte erstmals konkrete Zahlen zum Verkaufstempo und einem möglichen Auftragsrückstau bei Vera Rubin liefern – Informationen, die das Marktverständnis von Nvidias aktuellem Wettbewerbsvorteil und künftigem Umsatzpotenzial maßgeblich beeinflussen werden.
Wachsender Wettbewerb: Wie reagiert das Nvidia-Management?
Ein weiterer wichtiger Beobachtungspunkt ist, wie das Nvidia-Management den zunehmenden Wettbewerb bei der GPU-Herstellung kommentiert. Zahlreiche Unternehmen – von Raumfahrtunternehmen wie SpaceX bis hin zu Elektrofahrzeugherstellern wie Rivian – planen, eigene KI-Chips intern zu entwickeln und zu bauen. Laut dem Magazin Quartz hat sich „ein Unternehmen nach dem anderen aufgestellt, um Nvidias Vormachtstellung bei KI-Chips herauszufordern".
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Zur AktienanalyseBesonders die großen Cloud-Anbieter versuchen, ihre Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren. Nach den meisten Schätzungen hält Nvidia derzeit zwischen 70 und 95 Prozent des Marktes für KI-Chips – eine außergewöhnliche Dominanz. Quartz betont jedoch, dass sich die großen Cloud-Anbieter, die eigene Chips bauen, „nicht vollständig von Nvidia abwenden", sondern lediglich ihre Abhängigkeit verringern wollen.
Entscheidend ist dabei: Der KI-Markt wächst so schnell, dass Nvidia es sich leisten kann, Marktanteile zu verlieren und dennoch in absoluter Größe zuzulegen. Für Anleger bleibt es dennoch wichtig zu verfolgen, wie das Management dieses Thema einschätzt – denn die langfristige Wettbewerbsposition Nvidias hängt auch davon ab, wie schnell und erfolgreich Schlüsselkunden eigene Chip-Kapazitäten aufbauen können.


