Nvidia soll Apple bei Kapitalrückgabe an Aktionäre nacheifern
CNBC-Investor Jim Cramer fordert von Nvidia eine neue Kapitalallokationsstrategie – nach einem Rekordquartal, das die Aktie dennoch fallen ließ.

Nvidia hat zuletzt trotz eines echten Rekordquartals an Börsenkraft verloren. Die Aktie reagierte auf die starken Ergebnisse mit einem spürbaren Kursrückgang – ein ungewöhnliches Signal, das Investoren aufhorchen lässt. CNBC-Marktkommentator Jim Cramer zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: Nvidia muss seinen Umgang mit Kapital grundlegend überdenken.
Cramer, der über den CNBC Investing Club regelmäßig Anlageempfehlungen teilt, sieht Apple als Vorbild. Der iPhone-Konzern hat über Jahre hinweg gezeigt, wie eine konsequente Kapitalrückgabe an Aktionäre den Aktienkurs langfristig stützen kann. Entscheidend dafür war laut Cramer der langjährige Apple-CFO Luca Maestri, der als einer der ersten die Macht liquider Mittel in der Bilanz für Aktionäre erkannte und nutzte.
Apple als Maßstab für Kapitalallokation
Apple-Aktien schlossen zuletzt auf einem Rekordhoch von fast 309 US-Dollar – ein Plus von rund 13,5 Prozent seit Jahresbeginn. Cramer bezeichnet Apple gemeinsam mit Nvidia als „Besitzen, nicht handeln"-Titel in seinem Club-Portfolio. Der ruhige, stetige Aufwärtstrend von Apple wird ausdrücklich als „große Freude" beschrieben.
Bei Nvidia sieht die Lage anders aus. Die Aktie war von 180 US-Dollar auf ein Rekordhoch von fast 236 US-Dollar gestiegen – weniger als eine Woche vor der Ergebnisveröffentlichung. Nach dem Quartalsbericht fiel der Kurs jedoch merklich zurück. Cramer stellt fest: Eine Gewinnüberraschung spielt für diesen Giganten keine Rolle mehr. Die Erfolgsserie der Aktie sei beendet, die Marktkapitalisierung ausgereizt.
Cramer formuliert es direkt: „Der Titel des Schwergewichtsweltmeisters unter den Aktien wird bald an einen anderen gehen." Gleichzeitig lässt er offen, ob das endgültig so ist – er stellt hinter diese Aussage bewusst ein Fragezeichen.
Nvidia unter Druck – was nun?
Die zentrale Frage lautet: Was tut ein Unternehmen, wenn es das Beste liefert und dennoch wie eine Luftnummer landet? Cramers Antwort ist eine strategische: Nvidia sollte den Weg einschlagen, den Apple mit seiner Kapitalallokation so erfolgreich gegangen ist. Konkret geht es darum, die enormen liquiden Mittel in der Bilanz aktiv für Aktionäre einzusetzen – etwa durch Aktienrückkäufe oder Dividenden.
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Zur AktienanalyseCramer überlegt zudem, ob Nvidia der Status „Besitzen, nicht handeln" entzogen werden sollte. Eine endgültige Entscheidung trifft er noch nicht, aber die Skepsis ist spürbar gewachsen. Der Kommentator betont, dass man in der Börsenwelt immer nur so gut sei wie der letzte Einsatz – und der war für Nvidia-Aktionäre enttäuschend.
Neben Nvidia und Apple thematisiert Cramer auch andere Positionen im Club-Portfolio. Microsoft bereitet ihm Sorgen im KI-Zeitalter, insbesondere mit Blick auf das „schwerfällige Windows-Produkt". Salesforce mit einem Jahresumsatz von 40 Milliarden US-Dollar und Nike erhalten laut Cramer noch je ein weiteres Quartal, um sich zu beweisen – danach droht eine Neubewertung. Bei Apple wiederum beschäftigt Cramer die bevorstehende Nachfolge von CEO Tim Cook, wobei er den designierten Nachfolger, Hardwarespezialisten John Ternus, als fähig einschätzt, vom anhaltenden Gewinnwachstum zu profitieren.


