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Nvidia überholt Apple an Börsenspitze

KI-Boom verschiebt globale Rangliste und schwächt Europas Konzerne

Nvidia überholt Apple an Börsenspitze

Der weltweite Boom rund um Künstliche Intelligenz hat im abgelaufenen Jahr die Kräfteverhältnisse an den internationalen Börsen grundlegend verschoben. Besonders stark profitierte der US-Chiphersteller Nvidia, der sich dank der hohen Nachfrage nach leistungsfähigen Prozessoren für KI-Anwendungen an die Spitze der global wertvollsten Unternehmen gesetzt hat. Mit einem Börsenwert von 4,63 Billionen US-Dollar verdrängte der Konzern den bisherigen Spitzenreiter Apple, dessen Marktkapitalisierung zuletzt bei rund 4,04 Billionen Dollar lag. Die Entwicklung markiert einen historischen Wendepunkt an den Kapitalmärkten, an denen Technologie- und Halbleiterunternehmen zunehmend dominieren.

Auch andere US-Technologiekonzerne konnten ihre Positionen im weltweiten Ranking verbessern. Die Google-Mutter Alphabet rückte auf den dritten Platz vor und überholte Microsoft. Mit einem Börsenwert von 3,79 Billionen Dollar hätte Alphabet im Vorjahr noch die Spitzenposition eingenommen. Die starke Nachfrage nach KI-Lösungen sorgte zudem dafür, dass weitere Unternehmen aus dem Halbleiterumfeld aufstiegen. Broadcom behauptete sich unter den Top Ten, während der Auftragsfertiger TSMC erstmals in diese Gruppe vorstieß. TSMC ist damit nach dem saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco das zweitwertvollste Unternehmen außerhalb der USA.

Insgesamt wird die Dominanz amerikanischer Konzerne immer deutlicher. Unter den 20 wertvollsten börsennotierten Unternehmen stammen 16 aus den Vereinigten Staaten, unter den Top 100 sind es 62. Weltweit erreichen inzwischen zwölf Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar, während es vor drei Jahren lediglich vier waren. Besonders dynamisch entwickelte sich der Softwareanbieter Palantir, der sich auf Datensicherheit und Überwachung spezialisiert hat. Das Unternehmen verbesserte sich von Rang 79 auf Platz 22 und steigerte seinen Börsenwert um 160 Prozent auf 450 Milliarden Dollar.

Europa hingegen bleibt im internationalen Vergleich zurück. Das wertvollste europäische Unternehmen ist der niederländische Chipausrüster ASML, der mit knapp 412 Milliarden Dollar auf Rang 24 liegt. In Deutschland verlor der Softwarekonzern SAP an Boden und fiel auf Platz 44 zurück. Auch andere europäische Schwergewichte büßten an Bedeutung ein, darunter Novo Nordisk, das nach dem Verlust seines Alleinstellungsmerkmals bei einem Abnehmmedikament deutlich abrutschte.

Unter den deutschen Unternehmen konnten sich dennoch mehrere Konzerne behaupten. Siemens rückte auf Platz 72 vor, Allianz schaffte knapp den Sprung unter die Top 100, während Airbus und Linde ebenfalls vertreten sind. Auffällig ist, dass kein deutscher Autobauer mehr zu den 300 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt zählt. Insgesamt zeigt das Ranking, wie stark technologische Trends und insbesondere Künstliche Intelligenz die globalen Kapitalmärkte prägen.

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