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Öl- und Gasheizungen sind wieder gefragt

Heizungsindustrie meldet langsameres Wachstum bei Wärmepumpen und Rückkehr fossiler Heizungen auf den Markt

Öl- und Gasheizungen sind wieder gefragt

Die deutsche Heizungsindustrie steht vor einer markanten Veränderung: Nach einem Boom der Wärmepumpen in den letzten Jahren kehren fossile Heizungen wieder zurück auf den Markt. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) berichtet von einem langsameren Wachstum im Wärmepumpenmarkt und einem wiederauflebenden Interesse an Öl- und Gasheizungen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 wurden 295.500 Wärmepumpen verkauft, was zwar ein Rekord ist, jedoch zeigt sich eine Abschwächung im Vergleich zu den Vorquartalen.

Die rückläufige Nachfrage nach Wärmepumpen wird durch hohe Energiepreise und die damit verbundene Reduzierung der industriellen Produktion verursacht. Auch die Anzahl der Förderanträge für Wärmepumpen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist um über 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dies weist auf steigende Kosten für Wärmepumpen hin, die durch die hohe Nachfrage und den Mangel an Handwerkern noch verstärkt werden.

Die Verunsicherung der Verbraucher durch den politischen Streit um das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) trägt ebenfalls zur aktuellen Situation bei. Das GEG sieht vor, dass neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent erneuerbar sein sollen, was die Wahlmöglichkeiten für Hausbesitzer einschränkt. Allerdings wird das Gesetz nur dort angewendet, wo Kommunen bereits Pläne zur kommunalen Wärmeplanung vorgelegt haben.

Die Industrie verzeichnet trotzdem ein Rekordjahr mit einem Gesamtanstieg der Heizungsverkäufe um 46 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres. Dieses Wachstum wird jedoch als vorübergehend angesehen, da es teilweise durch Vorzieheffekte bedingt ist, hervorgerufen durch die Debatte um das GEG.

Heizungshersteller wie Vaillant und der japanische Hersteller Daikin passen sich den Marktbedingungen an, wobei Vaillant sogar Kurzarbeit für einige Mitarbeiter anmeldete und Daikin die Verträge von 500 befristet angestellten Mitarbeitern auslaufen lässt.

Der BDH betont, dass sich die Hersteller in einem schwierigen Marktumfeld bewegen und fordert klarere Richtlinien und Förderungen für klimafreundliche Heizungen, um Verbrauchern mehr Planungssicherheit zu bieten. Zu den geplanten Förderungen gehören eine Grundförderung von 30 Prozent der Investitionskosten sowie weitere Boni, die von den Einkommensverhältnissen und der Geschwindigkeit der Umstellung auf erneuerbare Energien abhängen.

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