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Ölaktien rücken ins Anlegerinteresse

Trumps Russland-Sanktionen und Förderengpässe treiben die Kurse westlicher Energiekonzerne

Ölaktien rücken ins Anlegerinteresse

Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten deutet darauf hin, dass Ölaktien im bevorstehenden Winterhalbjahr zu den Favoriten an den Börsen zählen könnten. Nach einer längeren Schwächephase bei den Ölpreisen und einem historischen Höhenflug des Goldes zeichnet sich nun eine Trendwende ab. Die Preise für Brent-Öl haben sich seit Mitte Oktober wieder spürbar erholt, während der Goldpreis leicht nachgegeben hat. Für Anleger ergibt sich daraus ein mögliches Signal, verstärkt auf Ölaktien zu setzen.

Ausschlaggebend für diese Bewegung ist die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, russische Ölexporteure sowie deren internationale Abnehmer mit scharfen Sanktionen zu belegen. Betroffen sind vor allem die russischen Energiekonzerne Rosneft und Lukoil. Die Maßnahme soll den russischen Staatshaushalt empfindlich treffen, der zu rund einem Viertel aus Öl- und Gaseinnahmen gespeist wird. Ziel der US-Regierung ist es, den wirtschaftlichen Druck auf Moskau im Ukrainekonflikt weiter zu erhöhen.

Die Sanktionen zeigen bereits Wirkung. China und Indien, die bislang zu den größten Abnehmern russischen Rohöls zählen, haben angekündigt, ihre Seelieferungen deutlich zu reduzieren oder ganz einzustellen. Dadurch entsteht auf dem Weltmarkt eine Lücke, die durch zusätzliche Lieferungen aus anderen Förderregionen geschlossen werden muss. Bereits jetzt wird weltweit mehr Öl verbraucht, als gefördert wird. Die Lagerbestände werden abgebaut, während die Opec trotz einer geplanten Förderausweitung an ihre Kapazitätsgrenzen stößt.

Sollten die Sanktionen länger anhalten und die Fördermengen knapp bleiben, dürfte der Ölpreis weiter steigen. Davon profitieren insbesondere westliche Ölkonzerne, die fern der geopolitischen Krisenherde fördern. In Nordeuropa gilt der norwegische Energiekonzern Equinor als möglicher Gewinner. Das Unternehmen produziert Öl und Gas auf dem norwegischen Kontinentalschelf und investiert zugleich stark in erneuerbare Energien. Auch Petrobras aus Brasilien könnte profitieren. Trotz politischer Einflussnahme vergibt die Regierung derzeit zahlreiche Bohrlizenzen in neuen Fördergebieten.

In Nordamerika zählen Suncor Energy und ExxonMobil zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Suncor profitiert von einem überproportionalen Preisanstieg bei kanadischem Ölsand, während ExxonMobil als größter privater Ölkonzern der Welt als stabiler Branchenmaßstab gilt. Sollte dessen Aktienkurs die Marke von 120 Dollar nachhaltig überschreiten, wäre dies ein mögliches Signal für eine neue Aufwärtsphase bei Ölaktien insgesamt.

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