Ölflüsse aus Kurdistan starten wieder
Einigung mit Bagdad beendet Exportstopp und entlastet regionale Wirtschaft

Die Ölexporte aus der halbautonomen Kurdistan-Region sollen in der kommenden Woche wieder aufgenommen werden, teilte der irakische Ölminister Hayan Abdel-Ghani am Montag mit. Damit wird ein fast zweijähriger Streit beigelegt, während sich die Beziehungen zwischen Bagdad und Erbil verbessern. Die Wiederaufnahme der Exporte könnte zu einem zusätzlichen Angebot auf dem Ölmarkt führen und sich auf die Preise auswirken.
Die Öllieferungen aus der Region waren im März 2023 gestoppt worden, nachdem das Internationale Schiedsgericht in Paris die Türkei angewiesen hatte, Bagdad eine Entschädigung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Der Grund dafür waren nicht genehmigte Pipeline-Exporte, die die Regionalregierung Kurdistans in den Jahren 2014 bis 2018 vorgenommen hatte.
Abdel-Ghani erklärte, dass am Dienstag eine Delegation des Ölministeriums in die kurdische Region reisen werde, um mit den dortigen Behörden die Mechanismen zur Abwicklung der Öllieferungen und Exporte zu verhandeln. Der Minister fügte hinzu, dass Bagdad täglich 300.000 Barrel Öl aus der Region erhalten werde.
Gleichzeitig könnten weitere Ölmengen auf den Markt gelangen, falls es zu einer Friedensvereinbarung zwischen Russland und der Ukraine kommen sollte. Zudem wird die OPEC+, die erweiterte Organisation der erdölexportierenden Länder, ab April ihre Förderkürzungen schrittweise lockern.
Die Ölpreise gaben am Montag nach, wobei der Preis für die Nordsee-Sorte Brent unter 75 US-Dollar pro Barrel fiel. Irak ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Produzent innerhalb der OPEC und fördert laut Angaben der Organisation derzeit rund vier Millionen Barrel Öl pro Tag. Dies entspricht der Produktionsquote, die im Rahmen der Vereinbarungen mit der OPEC+ festgelegt wurde.
Noch ist unklar, wie der Irak die Exporte aus dem Norden steigern und gleichzeitig die Vorgaben der OPEC+ einhalten will. Es bleibt offen, ob die Regierung in Bagdad beispielsweise die Exporte aus der südirakischen Region Basrah drosseln wird, um die Fördermenge insgesamt nicht zu überschreiten.
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Zur AktienanalyseDer Minister für natürliche Ressourcen der kurdischen Regionalregierung, Kamal Mohammed, wurde zuvor vom kurdischen Fernsehsender Rudaw TV zitiert, dass die Exporte möglicherweise noch vor März wiederaufgenommen werden könnten, da alle rechtlichen Verfahren abgeschlossen seien.
Das irakische Parlament hatte in diesem Monat eine Haushaltsänderung verabschiedet, die die Produktionskosten der internationalen Ölkonzerne in der Kurdistan-Region subventioniert. Ziel dieser Maßnahme war es, die Blockade der nördlichen Exporte aufzuheben. Die Wiederaufnahme der Öllieferungen wird voraussichtlich die wirtschaftliche Lage in der Region Kurdistan entlasten, da der Exportstopp dort zu verzögerten Gehaltszahlungen im öffentlichen Dienst und Einschnitten bei grundlegenden Dienstleistungen geführt hatte.


