Ölpreise fallen wegen anhaltender Handelsspannungen
US-Zölle, Nachfrageprognosen und Lagerdaten verunsichern die Märkte weltweit

Die Ölpreise sind am Mittwoch leicht gesunken. Grund dafür ist die zunehmende Unsicherheit infolge veränderter US-Zollpolitik, die Anleger dazu veranlasst, die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China auf das Wirtschaftswachstum und die Energienachfrage neu zu bewerten. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 18 Cent beziehungsweise 0,3 Prozent auf 64,49 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate notierte mit 61,17 Dollar um 16 Cent beziehungsweise ebenfalls 0,3 Prozent niedriger. Beide Referenzsorten hatten bereits am Dienstag um 0,3 Prozent nachgegeben.
Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2025 so langsam wachsen wird wie seit fünf Jahren nicht mehr. Gleichzeitig wird ein Rückgang beim Produktionswachstum in den USA erwartet. Als Grund nennt die IEA unter anderem die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle gegen Handelspartner und die entsprechenden Gegenmaßnahmen anderer Länder. Diese politischen Entwicklungen sorgen für wachsende Unsicherheit an den Märkten.
Laut Marktbeobachtern fehlt es derzeit an Impulsen, die eine nachhaltige Erholung der Ölpreise ermöglichen könnten. Das allgemeine Bild einer sich abschwächenden Weltwirtschaft, verbunden mit den Belastungen durch US-Zölle, wirft Fragen zur weiteren Entwicklung der Energienachfrage auf. Die Hoffnung auf eine Rücknahme von Strafzöllen sei zwar zwischenzeitlich vorhanden gewesen, werde jedoch zunehmend von den fundamentalen wirtschaftlichen Gegenwinden überschattet.
Nach Angaben der IEA wird die globale Ölnachfrage in diesem Jahr um 730.000 Barrel pro Tag steigen, was deutlich unter der Prognose von 1,03 Millionen Barrel pro Tag vom Vormonat liegt. Dieser Rückgang fällt stärker aus als die Kürzung, die die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am Montag vorgenommen hatte. Marktteilnehmer weisen auf das bestehende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage hin, das weiterhin auf die Preise drückt.
Die zunehmenden Spannungen im Welthandel haben bereits dazu geführt, dass die Ölpreise seit Monatsbeginn um rund 13 Prozent gefallen sind. Große Banken wie UBS, BNP Paribas und HSBC haben infolgedessen ihre Preisprognosen für Rohöl nach unten korrigiert. Hinzu kommt, dass China laut einem Medienbericht den heimischen Fluggesellschaften untersagt hat, neue Flugzeuge vom US-Hersteller Boeing zu übernehmen – eine Reaktion auf die von den USA verhängten Zölle in Höhe von 145 Prozent auf chinesische Produkte.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus stiegen die US-Rohölvorräte in der Woche bis zum 11. April um 2,4 Millionen Barrel an. Gleichzeitig sanken die Benzinvorräte um 3 Millionen Barrel und die Destillatbestände um 3,2 Millionen Barrel, wie aus Daten des American Petroleum Institute hervorgeht.


