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Ölpreise fallen wegen Konjunktursorgen in USA und China

Moody’s Herabstufung und schwache Industriedaten belasten Märkte – Iran-Gespräche bleiben ergebnislos

 Ölpreise fallen wegen Konjunktursorgen in USA und China

Die Ölpreise sind am Montag gesunken, nachdem Moody’s die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten herabgestuft und China schwächere Konjunkturdaten veröffentlicht hatte. Die Frontmonats-Futures für Brent-Rohöl fielen um 51 Cent beziehungsweise 0,8 Prozent auf 64,90 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 45 Cent oder 0,7 Prozent auf 62,04 US-Dollar pro Barrel. Der Juni-Kontrakt für WTI läuft am Dienstag aus, der stärker gehandelte Juli-Kontrakt gab um 48 Cent oder 0,8 Prozent auf 61,49 US-Dollar nach.

In der vergangenen Woche waren die Ölpreise um mehr als ein Prozent gestiegen, nachdem die USA und China, die beiden größten Volkswirtschaften und Ölkonsumenten der Welt, eine 90-tägige Pause in ihrem Handelskonflikt vereinbart hatten. Diese Vereinbarung beinhaltete eine drastische Reduzierung der gegenseitigen Importzölle.

Moody’s Herabstufung der US-Staatsbonität erfolgte am Freitag mit Verweis auf die wachsende Staatsverschuldung, die sich inzwischen auf 36 Billionen US-Dollar beläuft. Diese Maßnahme wirft Fragen über die wirtschaftliche Zukunft der USA auf und könnte die Pläne von Präsident Donald Trump zur Steuersenkung erschweren. Analysten zufolge beeinflusst die Herabstufung zwar nicht direkt die Nachfrage nach Öl, führt aber zu einer gedämpften Stimmung an den Märkten.

In China, dem weltweit größten Importeur von Rohöl, zeigte die Veröffentlichung offizieller Daten ein verlangsamtes Wachstum der Industrieproduktion im April. Dennoch übertraf die Entwicklung die Erwartungen der Ökonomen. Trotz der erzielten Einigung zwischen Washington und Peking zur teilweisen Rücknahme von Zöllen, bleiben hohe Zölle von bis zu 30 Prozent weiterhin bestehen. Die kurzzeitige Entspannung sowie Trumps unberechenbare Handelspolitik sorgen weiterhin für Unsicherheit in Chinas exportabhängiger Wirtschaft.

Gleichzeitig bleibt der Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran unklar, was den Rückgang der Ölpreise begrenzt. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff erklärte, ein Abkommen müsse die Verpflichtung Irans beinhalten, auf die Urananreicherung zu verzichten. Diese Aussage stieß in Teheran auf scharfe Kritik. Analysten sehen geringe Chancen für eine Einigung, da der Iran seine nuklearen Ziele seit jeher als nicht verhandelbar betrachtet.

Unterdessen nahm die Spannung in Europa zu, nachdem Russland am Sonntag einen griechischen Öltanker festsetzte, der zuvor einen Hafen in Estland verlassen hatte. In den USA wurde laut dem Energiedienstleister Baker Hughes die Zahl aktiver Ölbohrungen um eine auf insgesamt 473 reduziert, der niedrigste Stand seit Januar. Die Produzenten setzen ihren Sparkurs fort, was das Wachstum der US-Ölproduktion im Jahresverlauf bremsen könnte.

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