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Ölpreise fallen weiter wegen Förderplänen und Zöllen

OPEC+ erhöht Produktion, während US-Handelsmaßnahmen die Nachfrage belasten

Ölpreise fallen weiter wegen Förderplänen und Zöllen

Die Ölpreise sind am Mittwoch bereits den dritten Handelstag in Folge gesunken. Hintergrund sind Pläne der großen Ölförderstaaten, die Produktion ab April zu erhöhen, sowie Sorgen über neue US-Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China, die das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen und die Kraftstoffnachfrage dämpfen könnten. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um 24 Cent beziehungsweise 0,3 Prozent auf 70,80 US-Dollar pro Barrel. West Texas Intermediate (WTI) sank um 58 Cent oder 0,9 Prozent auf 67,68 US-Dollar pro Barrel. Bereits in der vorherigen Handelssitzung hatten die Kontrakte nahe mehrmonatiger Tiefststände geschlossen.

Marktbeobachter verweisen auf ungünstige Angebots- und Nachfragebedingungen, die die Preisentwicklung belasten. Einerseits bleibt die OPEC+ bei ihrem Plan, die Fördermengen ab April schrittweise zu erhöhen, andererseits sorgt die Aussicht auf eine mögliche Beilegung des Ukraine-Konflikts für Spekulationen über eine verstärkte Rückkehr russischer Öllieferungen auf den Weltmarkt. Die OPEC+ hatte am Montag beschlossen, die Produktion erstmals seit 2022 wieder anzuheben. In einem ersten Schritt soll die Förderung um 138.000 Barrel pro Tag steigen, wobei in den kommenden Monaten weitere Erhöhungen geplant sind. Die Organisation hatte zuvor fast sechs Millionen Barrel pro Tag gekürzt, was etwa sechs Prozent der weltweiten Nachfrage entspricht.

Gleichzeitig trat am Dienstag eine Reihe neuer US-Zölle in Kraft. Dazu gehören ein 25-prozentiger Zoll auf alle Importe aus Mexiko, eine zehnprozentige Abgabe auf kanadische Energielieferungen und eine Verdopplung der Zölle auf chinesische Waren auf 20 Prozent. Die Trump-Regierung verhängte zudem einen 25-prozentigen Tarif auf alle anderen kanadischen Importe. Experten gehen davon aus, dass diese Maßnahmen die wirtschaftliche Entwicklung bremsen, was sich negativ auf die Nachfrage nach Rohöl auswirken könnte.

Zusätzlich kündigte die US-Regierung am Dienstag an, eine seit 2022 gültige Lizenz für den US-Ölkonzern Chevron zum Betrieb in Venezuela und zum Export von dort gefördertem Rohöl nicht zu verlängern. Laut Einschätzungen von Rohstoffanalysten von ING könnte dies eine Reduzierung des globalen Angebots um bis zu 200.000 Barrel pro Tag bedeuten. US-Raffinerien könnten dadurch gezwungen sein, alternative Lieferquellen für schwere Rohölsorten zu suchen, während gleichzeitig Kanada und Mexiko mit neuen Handelsbarrieren konfrontiert sind.

Unterdessen meldeten Marktquellen, dass die US-Rohölbestände in der Woche bis zum 28. Februar um 1,46 Millionen Barrel gesunken seien. Die Zahlen basieren auf Daten des American Petroleum Institute. Die offizielle Bestandsstatistik der US-Regierung wird am Mittwoch erwartet.

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