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Ölpreise rutschen vor OPEC-Entscheidung deutlich ab

Erwartete Förderausweitung, sinkende Nachfrage und wachsende Lagerbestände belasten den Markt

Ölpreise rutschen vor OPEC-Entscheidung deutlich ab

Nach mehreren Verlusttagen haben die Ölpreise am Freitag leicht zugelegt, steuern jedoch trotz des kurzfristigen Anstiegs auf den größten wöchentlichen Rückgang seit dreieinhalb Monaten zu. Hintergrund sind Markterwartungen, dass die OPEC+ ihre Fördermengen weiter ausweiten könnte, obwohl es bereits Anzeichen für ein Überangebot gibt. Brent-Rohöl verteuerte sich am Freitagvormittag um 43 Cent beziehungsweise 0,7 Prozent auf 64,54 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate legte um 41 Cent oder ebenfalls 0,7 Prozent auf 60,89 US-Dollar pro Barrel zu.

Auf Wochensicht fällt der Rückgang jedoch deutlich aus. Brent verbilligte sich um rund 8 Prozent, während WTI um 7,4 Prozent nachgab. Ausschlaggebend sind Erwartungen an mögliche Produktionsentscheidungen des Förderverbunds OPEC+. Nach Angaben aus Branchenkreisen könnte das Bündnis bei seinem anstehenden Treffen eine Erhöhung der Fördermenge um bis zu 500.000 Barrel pro Tag für November beschließen. Damit würde der Umfang der Ausweitung das Dreifache der Steigerung im Oktober betragen. Vor allem Saudi-Arabien drängt laut Insidern darauf, Marktanteile zurückzugewinnen.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass ein solcher Schritt die Preise weiter unter Druck setzen könnte. Ein Analyst von IG erklärte, eine Anhebung um 500.000 Barrel pro Tag könnte ausreichen, um den Ölpreis zunächst auf eine Unterstützungsmarke von 58 US-Dollar fallen zu lassen. Im Anschluss sei ein Test der bisherigen Jahrestiefststände um 55 US-Dollar möglich. Neben der möglichen Ausweitung des OPEC+-Angebots tragen weitere Faktoren zur aktuellen Entwicklung bei. In den kommenden Monaten wird mit einer Verlangsamung der globalen Raffinerieaktivitäten gerechnet, da vielerorts Wartungsarbeiten anstehen. Gleichzeitig sinkt die saisonale Nachfrage, was den Aufbau von Lagerbeständen zusätzlich beschleunigen dürfte.

Bereits in der vergangenen Woche haben die US-Rohöl-, Benzin- und Destillatvorräte zugenommen. Nach Angaben der Energy Information Administration ist dies auf eine geringere Raffinerietätigkeit und eine nachlassende Nachfrage zurückzuführen. Analysten von JPMorgan gehen davon aus, dass der September einen Wendepunkt markiert hat. Ihrer Einschätzung zufolge steuert der Ölmarkt im vierten Quartal 2025 und darüber hinaus auf ein deutliches Überangebot zu.

Zusätzlichen Druck auf den Markt erzeugen politische Maßnahmen. Die Finanzminister der G7-Staaten kündigten an, den wirtschaftlichen Druck auf Russland zu erhöhen. Sie wollen dabei gezielt gegen Akteure vorgehen, die ihre Käufe von russischem Öl weiter ausweiten. Diese Ankündigung fällt in eine Phase, in der geopolitische und wirtschaftliche Faktoren zunehmend ineinandergreifen und die Preisentwicklung am Ölmarkt stark beeinflussen.

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