ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Ölpreise rutschen vor OPEC+-Treffen ab

US-Lageraufbau und drohende Produktionsausweitung verstärken Druck auf den Markt

Ölpreise rutschen vor OPEC+-Treffen ab

Die Ölpreise haben ihre Talfahrt auch am Freitag fortgesetzt und steuern damit auf den ersten Wochenverlust seit drei Wochen zu. Der Druck auf den Markt wächst angesichts steigender Angebotsaussichten und eines überraschenden Anstiegs der US-Rohölbestände, die neue Zweifel an der Nachfrage wecken. Brent-Rohöl verbilligte sich um 10 Cent oder 0,15 Prozent auf 66,89 Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 13 Cent oder 0,20 Prozent auf 63,35 Dollar nachgab. Im Wochenvergleich liegt Brent damit 1,78 Prozent im Minus, WTI rund 1 Prozent.

Händler und Analysten beobachten vor allem die Signale aus der OPEC+. Das Bündnis aus Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder und Verbündeten wie Russland erwägt, die Förderung bereits im Oktober anzuheben. Nach Informationen von Reuters soll diese Frage am Sonntag bei einem Treffen erörtert werden. Damit könnte ein Teil der Produktionskürzungen, die eigentlich noch länger Bestand haben sollten, mehr als ein Jahr früher als geplant zurückgenommen werden. In Rede steht eine zusätzliche Menge von rund 1,65 Millionen Barrel pro Tag, was etwa 1,6 Prozent der weltweiten Nachfrage entspricht. Ziel wäre es, Marktanteile zurückzugewinnen, die in den vergangenen Jahren an US-Schieferölproduzenten verloren gegangen sind.

Parallel dazu verzeichneten die USA einen deutlichen Lageraufbau. Nach Angaben der Energiebehörde EIA stiegen die Bestände in der vergangenen Woche um 2,4 Millionen Barrel. Experten hatten hingegen einen Rückgang um rund 2 Millionen Barrel erwartet. Hintergrund ist die beginnende Wartungssaison in den Raffinerien, die weniger Rohöl verarbeiten. Analysten sehen darin ein zusätzliches Signal für eine mögliche Abschwächung der Nachfrage.

Die Stärke im Raffineriesektor hatte die Ölpreise in den vergangenen Monaten noch gestützt, doch nach Einschätzung von Marktbeobachtern könnten die Margen in den kommenden Monaten unter Druck geraten. Grund dafür sind sowohl ein nachlassendes Wachstum der globalen Nachfrage als auch der verstärkte Fokus der Raffinerien auf Wartungsarbeiten. Das würde die Durchsatzmengen verringern und die Nachfrage nach Rohöl weiter senken.

Trotz dieser Entwicklungen bestehen weiterhin Risiken auf der Angebotsseite. US-Präsident Donald Trump forderte europäische Staaten auf, den Import von russischem Öl zu stoppen. Ein solcher Schritt oder andere Störungen der Lieferströme könnten die globalen Preise trotz der aktuellen Schwäche wieder nach oben treiben.

ÖlÖlpreisRohölBrent Öl

Disclaimer