Ölpreise schwanken nach Trumps Energiepolitik
US-Maßnahmen, OPEC-Forderungen und Zölle beeinflussen den Rohölmarkt

Die Ölpreise sind am Freitag gestiegen, befinden sich jedoch weiterhin auf dem Weg zu einem wöchentlichen Rückgang. Dies folgt auf die Ankündigung umfassender Maßnahmen durch US-Präsident Donald Trump zur Erhöhung der amerikanischen Ölproduktion sowie seine Forderung an die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und Saudi-Arabien, die Rohölpreise zu senken.
Der Preis für Brent-Rohöl-Futures stieg um 25 Cent oder 0,3 % auf 78,54 US-Dollar pro Barrel, während US-West Texas Intermediate (WTI) um 22 Cent oder 0,3 % auf 74,84 US-Dollar kletterte. Trotz dieses leichten Anstiegs hat Brent im Wochenverlauf fast 3 % verloren, während WTI um nahezu 4 % gefallen ist.
Laut Harry Tchilinguiran von der Onyx Capital Group hatten sich Marktteilnehmer vor Trumps Amtsantritt mit langfristigen Positionen in Öl-Futures gegen potenzielle Versorgungsstörungen abgesichert. Diese Positionen beginnen sich nun jedoch aufzulösen. Bisher habe Trumps Regierung vor allem innenpolitische Maßnahmen ergriffen, ohne die globale Ölversorgung wesentlich zu beeinflussen. Analysten hatten jedoch erwartet, dass es zu Ankündigungen in Bezug auf Zölle und Sanktionen gegen Länder wie Iran, Venezuela und Russland kommen würde.
Trump hatte am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum erklärt, dass er von OPEC und insbesondere von Saudi-Arabien verlange, die Ölpreise zu senken. Zudem gab er bekannt, dass er Riad bitten werde, ein geplantes US-Investitionspaket auf eine Billion US-Dollar zu erhöhen, nachdem zuvor von 600 Milliarden US-Dollar die Rede war.
Laut UBS-Rohstoffanalyst Giovanni Staunovo sei es unwahrscheinlich, dass OPEC ihre Strategie ändert, solange sich die fundamentalen Rahmenbedingungen nicht veränderten. Daher dürften die Märkte relativ stabil bleiben, bis es mehr Klarheit über Sanktionen und Zölle gibt.
Trump erklärte am Montag einen nationalen Energie-Notstand und lockerte Umweltauflagen für Energieinfrastrukturen. Am Mittwoch kündigte er zudem an, dass er Zölle gegen die Europäische Union verhängen sowie Einfuhrzölle von 25 % auf Waren aus Kanada und Mexiko erheben werde. Zudem erwägt seine Regierung eine Strafabgabe von 10 % auf chinesische Importe.
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Zur AktienanalyseAnalyst Yeap Jun Rong von IG Markets geht davon aus, dass die Märkte vorsichtig bleiben werden, da mögliche neue Zölle im Februar negative Auswirkungen auf das globale Wachstum und die Ölnachfrage haben könnten. Laut Experten dürften die Ölpreise zwischen 76,50 und 78 US-Dollar pro Barrel schwanken.
Die Lagerbestände an US-Rohöl sind laut einem Bericht der US-Energieinformationsbehörde auf den niedrigsten Stand seit März 2022 gesunken. Die am Dienstag veröffentlichte Statistik zeigte einen Rückgang der Bestände um eine Million Barrel auf 411,7 Millionen Barrel in der Woche bis zum 17. Januar. Damit setzte sich der seit neun Wochen anhaltende Abbau der Reserven fort.


