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Ölpreise sinken nach Gaza-Einigung leicht

Waffenruhe verringert geopolitisches Risiko – Markt richtet Blick auf mögliche Überversorgung

Ölpreise sinken nach Gaza-Einigung leicht

Die Ölpreise sind am Freitag leicht gefallen, nachdem sie bereits in der vorherigen Sitzung um 1,6 Prozent nachgegeben hatten. Hintergrund ist das Nachlassen des Risikozuschlags, der die Preise zuletzt gestützt hatte. Nach der Einigung zwischen Israel und der Hamas auf die erste Phase eines Plans zur Beendigung des Gaza-Krieges kehrte an den Energiemärkten etwas Ruhe ein. Ein Barrel der Nordseesorte Brent notierte am Freitagmorgen 7 Cent niedriger bei 65,15 Dollar, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 2 Cent auf 61,49 Dollar sank.

Die Vereinbarung zwischen Israel und der palästinensischen Hamas war am Donnerstag unterzeichnet und am Freitag von der israelischen Regierung ratifiziert worden. Das Abkommen sieht vor, dass die Kämpfe eingestellt und israelische Truppen teilweise aus dem Gazastreifen abgezogen werden. Im Gegenzug will die Hamas alle verbliebenen Geiseln freilassen, die sie während ihres Angriffs festgesetzt hatte. Israel verpflichtet sich im Rahmen der Vereinbarung zur Freilassung mehrerer Hundert palästinensischer Gefangener.

Auf Wochensicht verzeichneten beide Öl-Benchmarks dennoch ein Plus von rund einem Prozent, nachdem sie in der vergangenen Woche deutlich gefallen waren. Zwischenzeitlich hatten die Preise am Mittwoch um etwa ein Prozent zugelegt und damit ein Wochenhoch erreicht. Der Grund war die stockende Entwicklung bei den Friedensverhandlungen für die Ukraine, was darauf hindeutete, dass die Sanktionen gegen Russland – den weltweit zweitgrößten Ölexporteur – vorerst bestehen bleiben könnten.

Nach Einschätzung des ANZ-Analysten Daniel Hynes war die Einigung auf eine Waffenruhe im Nahen Osten ein entscheidender Schritt in Richtung eines Endes des zweijährigen Gaza-Krieges, der das Risiko von Störungen in der Ölversorgung deutlich erhöht hatte. Mit dem Abkommen verlagerte sich der Fokus laut Hynes wieder auf die drohende Überversorgung am Markt, da die OPEC ihre Produktionskürzungen schrittweise zurücknimmt.

Die am Sonntag von der Organisation erdölexportierender Länder und ihren Partnern (OPEC+) beschlossene geringere Erhöhung der Fördermengen für November dämpfte allerdings einige dieser Sorgen. Analysten von BMI erklärten, die erwartete deutliche Ausweitung der Rohölproduktion habe sich bisher nicht in stark sinkenden Preisen niedergeschlagen. Der jüngste Produktionsanstieg sei geringer ausgefallen als befürchtet, was die Preise in der laufenden Woche leicht stützte.

Zudem sehen sich Investoren mit der Unsicherheit über einen möglichen längeren Stillstand der US-Regierung konfrontiert. Eine solche Haushaltsblockade könnte die amerikanische Wirtschaft schwächen und die Nachfrage nach Rohöl in dem größten Verbrauchsland der Welt beeinträchtigen.

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